Kreis Heinsberg: Gesundheit wird im Kindergarten gefördert

Kreis Heinsberg : Gesundheit wird im Kindergarten gefördert

Antonia, Torben, Cora, alle drei vier Jahre alt, und Ida (3) lernen die Farbe „Blau”. Ihre Erzieherin Bärbel Neumüllers erklärt die Farbe mit Hilfe von blauem Transparentpapier. Zusätzlich wird beim Basteln ihre Feinmotorik gefördert.

Der Kindergarten St. Peter und Paul in Wegberg, den die Kinder besuchen, ist einer von 18 Kindergärten im Kreis, die sich in besonderer Weise mit der Gesundheit ihrer Kindergartenkinder befassen.

Im Jahr 2005 bildeten sie das regionale Netzwerk „Opus - gesunder Kindergarten im Kreis Heinsberg”. Koordiniert wird das Netzwerk von der Ärztin am Kreisgesundheitsamt, Marita Stawinoga.

Als erstes befassten sich die Erzieherinnen mit der Förderung der kindlichen Entwicklung. Eine Befragung der Erzieherinnen zeigte nämlich, dass dafür ein hoher Bedarf besteht.

Neben mehreren Treffen fanden in den beiden letzten Jahren eine Reihe von Fortbildungen zu den Themen Bewegungsförderung, Sprachförderung und Förderung der Sinneswahrnehmung statt.

Daraus bezogen die Erzieherinnen nicht nur viele Impulse für ihre tägliche Arbeit, sondern auch Ideen für besondere Projekte. Daneben nehmen sie an Programmen wie zum Beispiel „Fit von Klein auf” der BKK, „U-Boot” der AOK oder dem „anerkannten Bewegungskindergarten” des Landessportbundes teil.

Um die Arbeit der Opus-Kindergärten zu unterstützen, bietet das Gesundheitsamt des Kreises den Kindern der Opus-Kindergärten eine frühzeitige Einschuluntersuchung bereits zu Beginn des letzten Kindergartenjahres an.

Ärztin Marita Stawinoga: „So bleibt ausreichend Zeit, die künftigen Erstklässler gezielt auf den Schulstart vorzubereiten und etwaige Entwicklungsverzögerungen oder Übungsdefizite frühzeitig zu erkennen und auszugleichen.”

Nach nunmehr zwei Jahren intensiver und erfolgreicher Beschäftigung mit der Thematik wird sich das Netzwerk einem anderen, ebenso wichtigen Bereich zuwenden, der Erzieherinnengesundheit.

Die Ärztin des Kreisgesundheitsamtes dazu: „Wer einige Jahre in diesem Beruf gearbeitet hat, weiß, dass nur körperlich und seelisch belastbare Menschen die Kleinen optimal erziehen und fördern können.”

Deshalb sei es wichtig, sich auch mit der eigenen Gesunderhaltung auseinander zu setzen. Themen wie Stressbewältigung, Entspannung, Rückengesundheit, Lärmbelastung und anderes stehen auf dem Programm der Erzieherinnen in den Opus-Kindergärten.

„Opus” steht für „Offenes Partizipationsnetz und Schulgesundheit”, ein Programm, das vom nordrhein-westfälischen Ministerium für Schule und Weiterbildung, von den Gemeinde-Unfallversicherungsverbänden im Rheinland und in Westfalen-Lippe sowie von der BKK getragen wird.

Unter dem Begriff „Opus” haben sich landesweit seit 1997 Schulen miteinander vernetzt, die sich der Gesundheitsförderung ihrer Schüler in besonderer Weise verschrieben haben.

Seit 2005 steht das Opus-Netzwerk nun auch den Kindergärten zur Verfügung. Daraufhin entstand auf Initiative der hiesigen Kindergärten im Herbst 2005 das regionale Netzwerk im Kreis Heinsberg.

Kindergärten, die sich dem Netzwerk anschließen möchten, können sich mit dem Kreisgesundheitsamt in Heinsberg unter der E-Mail-Adresse mailto:Marita.Stawinoga@kreis-heinsberg.de in Verbindung setzen.