Geilenkirchen: Gericht verurteilt Mann wegen besonders schweren Diebstahls

Geilenkirchen : Gericht verurteilt Mann wegen besonders schweren Diebstahls

Das Geilenkirchener Schöffengericht hat einen 34-jährigen Mann wegen zwei Fällen von besonders schwerem Diebstahl in Tateinheit mit Sachbeschädigung zu neun Monaten Haft verurteilt. Saif Ali K. hatte eingeräumt, im Herbst 2017 in ein Versicherungsbüro in Eschweiler sowie im Februar 2018 in eine Heinsberger Bäckerei eingestiegen zu sein.

Aufgrund zahlreicher, teils einschlägiger Vorstrafen wurde die Strafe nicht zur Bewährung ausgesetzt. Das Verfahren in einem dritten Fall, bei dem ebenfalls im Februar ein Heinsberger Café betroffen war, wurde eingestellt.

K., als Sohn eines Irakers und einer Deutschen in Krefeld geboren, lebt eine Drogenbiographie mit allen typischen Begleiterscheinungen: Entzüge, Rückfälle, Gefängnisaufenthalte. Bei den Einbrüchen in Eschweiler und Heinsberg war dementsprechend die anschließende Drogenbeschaffung das Motiv. „Wenn du druff bist, klauste auch ’nen Sack Kartoffeln“, erklärte K. dem Staatsanwalt, der sich nach einem Sparschwein erkundigt hatte, das K. bei der Versicherung zu seiner bescheidenen Beute gemacht hatte.

Zurzeit ist K. nicht „druff“, sondern clean, was daran liegt, dass er bereits vor dem Prozess im Gefängnis saß. „Ich mache die Entzüge immer, wenn ich zurück in Haft bin“, sagte er.

Große Bedeutung wies K. dem Prozess augenscheinlich nicht bei, was daran liegt, dass er sich am Landgericht Aachen noch wegen deutlich schwerwiegenderer Taten verantworten muss. So soll er seine früherer Lebensgefährtin misshandelt haben. Angeklagt sind unter anderem sieben Fälle von Körperverletzung sowie Geiselnahme.

Sollte K. am Landgericht verurteilt werden, dürfte die dort verhängte Strafe zusammen mit der Strafe des Geilenkirchener Schöffengerichts zu einer Gesamtstrafe verrechnet werden.

(jpm)