Kreis Heinsberg: Gemeinschaft von Gemeinden wird wichtigste Planungsebene

Kreis Heinsberg : Gemeinschaft von Gemeinden wird wichtigste Planungsebene

„Mir scheint es wichtig, ausreichend synodale Strukturen für die Mitverantwortung und Beteiligung der Laien fest zu verankern”, sagte Vorsitzender Lutz Braunöhler bei der Sitzung des Katholikenrates für die Region Heinsberg im Gemeindezentrum St. Lambertus Hückelhoven.

Denn die Ebene der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) werde in Zukunft zur wichtigsten Planungsebene der Kirche vor Ort vor dem Hintergrund, dass Kirchengemeindeverbände ihren Dienst in den Gemeinschaften der Gemeinden aufnehmen und Pfarreien sich auflösen beziehungsweise fusionieren oder per Dekret des Bischofs zusammengeführt werden.

Es sei eine Tendenz in den deutschen Bistümern erkennbar, nicht die Ehrenamtlichen mehr zu beteiligen, sondern eher weniger, befürchtete er. Für das Bistum Aachen sei aber derzeit in dieser Richtung nichts Negatives zu erwarten. Aber es müsse gleichwohl geklärt werden, wie in der Kirche am Ort zukünftig die synodalen Strukturen gestaltet sein sollen, allein schon deshalb, um „eine abgesicherte Diskussionsgrundlage gegenüber dem Generalvikariat zu haben, die den Ehrenamtlichen, ihrer Verantwortung und ihren Belangen gerecht wird”, so Braunöhler.

Im Jahr 2013 wird das synodale Gremium auf der Ebene der Gemeinschaft der Gemeinden gewählt, nicht mehr auf der Ebene der Pfarreien. Dafür werden eine neue Satzung und eine neue Wahlordnung nötig sein. Er bat deshalb die Mitglieder um Vorschläge und Anmerkungen, wie das als Diskussionsgrundlage dienende Papier des Diözesanrates zur „Mitverantwortung und Beteiligung der Laien in der Kirche am Ort” fortgeschrieben werden sollte.

Zumal darin zutreffend ausdrücklich betont werde, dass die Leitung von Gemeinden auch von Ehrenamtlichen beziehungsweise Laien wahrgenommen werden könne, so Braunöhler. „Wir müssen die synodalen Leitungsgremien so besetzen, dass nicht die Hauptamtlichen in der Mehrheit sind und letztlich tun, was sie wollen”, betonte er.

Lutz Braunöhler sah die Gefahr, dass die Akzeptanz eines Laien als Leiter einer Gemeinde bei weitem nicht so hoch sei wie die eines Priesters. Auch Gemeindesozialarbeiterin Bärbel Windelen unterstrich: „Ehrenamt in Entscheidungsgremien hat etwas mit Akzeptanz zu tun.”

Geschäftsführer Wolfgang Huber prognostizierte, dass der Punkt komme, dass ein Priester die Leitung nicht wahrnehmen könne. Er machte dies daran fest, dass sich die Kirchensteuereinnahmen bereits bis zum Jahr 2030 halbieren würden. „Gemeinde gibt es nur da, wo Ehrenamtliche Gemeinde leben. Das heißt Kirche gibt es auf lange Frist nur da, wo Menschen sie auch leben”, betonte er.

Bärbel Windelen befand es als wichtig, auch „über den Kirchturm hinaus zu schauen”, um Solidaritätspartner außerhalb des christlichen Bereiches zum Beispiel in Form der Kommunen zu finden. Sorge bereitete ihr die Frage, wo in Zukunft Kommunikation außerhalb der Gremien stattfinden solle, wenn Pfarrhäuser mit ihrem Sekretariat als Anlaufstelle geschlossen würden.