Kreis Heinsberg: Gemeinsam in der Klasse das Rauchen aufgeben

Kreis Heinsberg : Gemeinsam in der Klasse das Rauchen aufgeben

„Be smart - don´t start”: Unter diesem Motto starteten im November wieder europaweit Schulklassen der Jahrgangsstufen sechs bis acht mit einem Wettbewerb zum Nichtrauchen.

Diese Aktion wird seit 1997 in Deutschland und anderen europäischen Ländern organisiert. Die Wettbewerbsleitung und wissenschaftliche Begleitung übernimmt das Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung in Kiel. Projektkoordinator und Ansprechpartner vor Ort ist die AOK-Regionaldirektion in Zusammenarbeit mit dem Kreisgesundheitsamt in Heinsberg.

Die Regeln sind einfach: Für ein halbes Jahr verpflichtet sich die Schulklasse, nicht zu rauchen. Die Schüler kontrollieren sich selbstständig und informieren die Organisatoren wöchentlich, ob sie noch im Rennen sind. Damit nicht Einzelne, die doch schwach werden, den Erfolg verhindern, reichen 90 Prozent „smarte” Schülerinnen und Schüler zum Weitermachen aus. Die Klassen, die bis zum 25. April nicht rauchen, nehmen an der Verlosung von Preisen teil.

Die Organisatoren sind auch im Kreis Heinsberg über die hohen Teilnehmerzahlen erfreut. „Im Kreis Heinsberg haben sich 64 Klassen mit insgesamt 1697 Schülerinnen und Schülern zu dem Wettbewerb angemeldet”, so Klaus Poschen von der AOK und Yvonne Michel vom Gesundheitsamt, die in Kooperation das Projekt im Kreis Heinsberg betreuen. „Gemeinsam in der Klasse das Rauchen aufzugeben oder den Einstieg zu vermeiden, ist für viele eine große Hilfestellung.”

Für die Gesundheitskasse AOK ist die Suchtprävention schon bei den jüngeren Schülern ein wichtiges Thema. Klaus Poschen: „Wir wissen aus wissenschaftlichen Untersuchungen, dass Jugendliche, die früh mit dem Rauchen beginnen, auch im Erwachsenenalter häufig rauchen.” Viele fangen zwischen zwölf und 13 Jahren an und bleiben später dabei. Da heißt es frühzeitig mit moderner Gesundheitserziehung vorzubeugen.

„Die teilnehmenden Schüler haben gute Aussichten, auch über den Aktionszeitraum hinaus rauchfrei zu bleiben. Das zeigen die Untersuchungen der Wettbewerbe aus den letzten Jahren. Viele Klassen nehmen auch mehrere Jahre hintereinander an dem Wettbewerb teil”, so Michel. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde bei den Testgruppen der Einstieg in das Rauchen deutlich verzögert. Außerdem hat bei den Be-smart-Teilnehmern eine geringere Anzahl von Schülern als in der entsprechenden Vergleichsgruppe mit dem Rauchen begonnen.

Gefahren des Rauchens, wie Lungenkrebs, Herzinfarkt und Schlaganfall, kennen viele der Schüler schon. Dennoch brauchen sie Hilfestellungen, um sich Werbeversprechungen der Zigarettenindustrie und sozialem Druck der Gleichaltrigen zu entziehen. „Die Aktion Be smart - don´t start setzt deshalb auf die Motivation in und durch die Klassengemeinschaft”, so Michel.