Geleitet von den Spuren der Zeit

Geleitet von den Spuren der Zeit

Kreis Heinsberg. Zum „Internationalen Museumstag” eröffnete das Kreismuseum in Heinsberg mit dem Erkelenzer Künstler Karl-Heinz Laufs die Ausstellung „ArchitekturZeiten”.

Dicht an dicht drängten sich die Kunstliebhaber zur Begrüßung durch Museumsleiterin Dr. Rita Müllejans-Dickmann in der Welt der „Malerei, Skulpturen und Objekte”.

Mit Begeisterung für die Symbolik des Hauses in reduzierter simpler Urform als Behausung und Heimstatt des Menschen, lauschten die Besucher sodann der Einführung von Gabriele Teuteberg vom Ludwig Forum Aachen, die einige Schlaglichter auf den Aspekt der „Zeit” in des Künstlers Arbeit warf.

„Karl-Heinz Laufs ist ein aufmerksamer Beobachter, und er ist ein Künstler, der sich unterschiedlichster Materialien wie Holz, Stein, Blei, Lehm, Papier und Jute sowie verschiedenster Techniken bedient”, umschrieb Gabriele Teuteberg zunächst die Elemente seiner Arbeiten.

Was zu verschwinden droht, erhält eine neue Rolle

„Es sind Objekte einer vergangenen Zeit, die noch nicht einmal als Zeugnis für wertvoll erachtet werden, um in das Jetzt hinübergerettet zu werden.

Doch diese Veränderungen kann auch Karl-Heinz Laufs nicht stoppen. Jedoch greift er ein, wenn Teile dieser Dinge, die zum Verschwinden verdammt sind, in seinen künstlerischen Arbeiten als Fundstücke eine neue Rolle spielen”, führte Gabriele Teuteberg weiter aus.

„Erst durch das Eingreifen des Künstlers erfahren die Fundstücke, besser gesagt Suchstücke, eine neue Bedeutung”. Schon durch die bloße Entnahme aus der gewohnten Umgebung verändere Karl-Heinz Laufs die Materialien.

„Das Holz aus einem alten Bauernhaus, wo es in der Vergangenheit Träger einer Konstruktion war, erfährt einen Bedeutungswandel und wird zum Bild dessen, was der Künstler sieht und formt.

Es werden dann doch wieder Bilder von Behausungen und Architekturen, vielleicht aus dem ganz einfachen Grund, dass sie nämlich als Material hier ihren Ursprung haben”, umschrieb Gabriele Teuteberg einen Kernpunkt der 34 Exponate umfassenden „ArchitekurZeiten”.

So würden Karl-Heinz Laufs Ideen für die Kunst geleitet durch die Spuren der Zeit. Immer wieder ist er auf der Suche nach Dingen mit Spuren, die die Zeit, die Natur oder die Menschen auf ihnen hinterlassen haben.

Ähnlich einem traditionellen Bildhauer wählt Karl-Heinz Laufs die Formen aus, beschneidet sie, schneidet sie ein, verändert Form und Farbe und lässt zusätzlich geometrische Formen aus stumpfem Metall oder Blei in die bearbeiteten Fundmaterialien eindringen. So entstehen einzigartige Kontraste.

Doch nicht nur Arbeiten aus Holz, oftmals versehen auch mit Teerpappe, sondern vielmehr auch „Fragmentmarkierungen”, Arbeiten auf speziellem Papier, sind Teil der Ausstellung.

„Karl-Heinz Laufs gelingt mit diesen neuen Arbeiten durch seine künstlerische Strategie, die Verschränkung von Geschichte und Gegenwart, ohne konkrete Fundstücke der Vergangenheit zu benutzen”, so die abschließenden Gedanken von Gabriele Teuteberg zu den Exponaten des Künstlers.