Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung

Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung

Erkelenz (an-o) - Zum Gedenken an die Opfer der "Reichspogromnacht" im Jahre 1938 legte die stellvertretende Bürgermeisterin Christel Honold-Ziegahn am Samstagmorgen im Beisein zahlreicher Mitbürger einen Kranz auf dem jüdischen Friedhof Erkelenz-Mitte an der Neusser Straße nieder.

Die Bürgermeistervertreterin nannte den Anlass des Gedenkens einen der traurigsten in der deutschen Geschichte und erinnerte daran, dass die antisemitischen Exzesse nur der Vorläufer zu noch schlimmeren Taten waren. Sie machte deutlich, dass die meisten heute lebenden Deutschen zwar mit diesen Verbrechen nichts zu tun haben, es auch keine Kollektivschuld gebe, wohl aber eine Kollektivscham für die dunklen Jahre der deutschen Geschichte.

Diese Scham müsse um so größer sein, so Christel Honold-Ziegahn, als auch in unseren Tagen das schreckliche Gedankengut von damals wieder zum Vorschein komme.

Sie stellte Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte der Gemeinschaftshauptschule als leuchtendes Beispiel in Erkelenz hin, die nicht nur durch das Einsetzen der "Stolpersteine" auf der Kölner Straße, sondern auch durch den Unterhalt und die Pflege der Grabstätten auf dem jüdischen Friedhof die Erinnerung wach halten.

Jüdisches Sprichwort

Das jüdisches Sprichwort "Das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung", so die Rednerin, mache deutlich, wie wichtig das Erinnern ist. Die Erinnerung an das, was Menschen leiden mussten, könne den heute Lebenden helfen, dafür zu sorgen, dass dies nie wieder passiere.

Mit dem Psalm 130 aus dem Gebetbuch des Volkes Israel und der Niederlegung eines Kranzes im Auftrag von Rat und Verwaltung beendete sie die kurze Feierstunde.