Kreis Heinsberg: Gegen Trickdiebe: Polizei schult Seniorinnen und Senioren

Kreis Heinsberg : Gegen Trickdiebe: Polizei schult Seniorinnen und Senioren

„Wie kann ich als Seniorin oder Senior in den eigenen vier Wänden sicher leben, mich vor Diebstählen und Trickdieben schützen?“ Um diese zentrale Frage drehte sich die dritte Gruppenschulung im Rahmen des Projekts „Pakt“ (Präventives Alltags-Kompetenz-Training) für Seniorinnen und Senioren, an dem der Caritasverband für die Region Heinsberg teilnimmt.

Rede und Antwort standen Jakob Liebernickel von der Kreispolizeibehörde und seine Kollegin Andrea Heffels, die auf Einladung der Gruppenleiterinnen und speziell geschulten Pakt-Fachkräfte Beate Kösters und Sylvia Küppers gekommen waren, um den Seniorinnen und Senioren im Alter von 70 bis 90 Jahren im Haus der Caritas in Heinsberg Tipps zu geben.

Ins Leben gerufen wurde das Projekt „Pakt“ vom Caritasverband für das Bistum Aachen mit Unterstützung des Projektes „Pflege Inklusiv“ der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW und unter wissenschaftlicher Begleitung des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung. Es handelt sich um ein kostenloses Schulungs-, Beratungs-,Trainings- und Unterstützungsangebot, das speziell für Senioren entwickelt wurde, die noch keinen Pflegebedarf haben und ihren Alltag selbstständig bewältigen, jedoch merken, dass ihnen dies zunehmend schwerer fällt. Erklärtes Ziel ist es, den Zeitpunkt für das Angewiesen sein auf Hilfe und Pflege im Alter möglichst weit hinauszuzögern oder ganz zu vermeiden.

Beate Kösters und Sylvia Küppers stimmen das Training in bis zu zehn Hausbesuchen individuell auf die Bedürfnisse der teilnehmenden Senioren ab. Zudem leiten sie die Gruppenschulungen. Diese beginnen immer mit einer Vorstellungsrunde. So auch an diesem Tag. Den Anfang machten Jakob Liebernickel und Andrea Heffels. Anschließend erklärte Sylvia Küppers, dass der Fokus heute auf dem Thema „Sicherheit“ liege. „In dem Zusammenhang seien Erlebnisse und Erfahrungen wichtig. Kurz darauf setzte ein reges Gespräch ein, in dessen Verlauf deutlich wurde, dass einige Seniorinnen bereits Opfer von Tageseinbrechern wurden, die nicht nur in die Wohnung oder das Haus eingedrungen waren, sondern ihr Opfer auch tätlich angriffen hatten. Andere Senioren berichteten von Telefonanrufen durch Trickbetrüger. Jakob Liebernickel hörte aufmerksam zu. Anstatt einen Vortrag zu halten, griff er das Gespräch auf und gab Tipps und Ratschläge.

„Sie können Ihre Angst vor Einbrüchen reduzieren, wenn Sie dafür sorgen, dass Ihr Haus oder Ihre Wohnung einen belebten beziehungsweise bewohnten Eindruck macht.“ Konkret bedeute dies, Licht anzulassen. Zudem sollten Terrassentüren und Fenster zugemacht und die Haustüre abgeschlossen werden. In diesem Zusammenhang merkte er an, dass er und seine Kollegin auf Wunsch kostenlos und unverbindlich in den eigenen vier Wänden beraten würden, wo Schwachstellen seien. Schließlich erklärte er die Gefahren an der Haustür wie den „Wasserwerker-Trick“ sowie Gefahren am Telefon wie den „Enkeltrick“ und ganz aktuell den Trick der „falschen Polizeibeamten“ als Masche von Tätern. Diese würden Hilfsbereitschaft ausnutzen. Lassen Sie nie Unbekannte in Ihre Wohnung“, warnte er.

Er empfahl, kein Bargeld zu Hause zu deponieren sowie Wertsachen nicht im Schlafzimmer zu verstecken. „Der erste Weg der Einbrecher führt immer ins Schlafzimmer“, so Liebernickel. Schließlich dankte er den Senioren für ihr aktives Zuhören. Aktiv konnten sich alle dann zum Abschluss noch bewegen, in dem aus einem Säckchen Karten mit dargestellten Bewegungen gezogen wurden, die nachzumachen waren. Am Ende waren sich die Senioren einig, dass diese Gruppenschulung sehr informativ, aber auch sehr gesellig war.

Wer als Senior Interesse am Beratungs- und Unterstützungsangebot „Pakt“ hat, kann im Internet (www.pakt-caritas.de) oder mit dem Kontaktformular des Pakt-Flyers seine Daten hinterlassen. Innerhalb von vier Wochen nach Empfang der Daten gibt es eine telefonische Rückmeldung für ein erstes unverbindliches Gespräch. Den Flyer erhalten Interessenten in der Geschäftsstelle des Caritasverbandes für die Region Heinsberg in Heinsberg an der Gangolfusstraße 32 (Telefon 02452/91920) sowie in allen Caritas-Pflegestationen.

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