Gedenktag für Väter?

Gedenktag für Väter?

Wie der morgige von Abschiedsgedanken erfüllte christliche Festtag Christi Himmelfahrt inzwischen, was das Feiern betrifft, dem Vatertag gewichen ist, wie Jesu Abschied von seinen Jüngern zu einem Gedenktag für Väter geworden ist, dies mögen die Brauchtumsspezialisten erklären.

Dass es überhaupt einen Zusammenhang gibt ist eher zweifelhaft. Oder sehen Sie eine logische Verbindung zwischen nur schwer nachvollziehbaren theologischen Deutungen und sehr realen in Promille messbaren Verhaltensweisen? An der Beschreibung Wilhelm Buschs Vater-Dasein kann es nicht liegen: "Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr."

Biologie und Pädagogik sind eben ganz verschiedene Dinge. Es gibt ja in der Geschichte der Menschen viel Dunkles, das kaum oder gar nicht erklärbar ist. So sucht, um es einmal in etwas lustigen Bildern zu beschreiben, die Wissenschaft oft in einem finsteren Keller nach einer schwarzen Katze. Die Philosophie geht einen Schritt weiter und behauptet, sie habe die schwarze Katze gefangen. Und die Theologie schließlich erklärt, sie habe die schwarze Katze in Händen, obwohl das Tier gar nicht im Keller war.

Und was hat das jetzt mit dem Vatertag zu tun? Nichts! Oder genau so viel oder so wenig wie der mit Christi Himmelfahrt. Übrigens ist in dieser Woche noch ein wichtiger Tag; auch mit einigen Ungewissheiten behaftet: der 30. Mai. Da soll gemäß einem alten Schlager der Weltuntergang sein. Warten wirs ab. Zunächst jedenfalls ist der vorletzte Maitag in unserem Kreis wie vielerorts nur ein beliebter Brückentag.