Erkelenz: Garzweiler II: Umsiedler bekommen Beratung

Erkelenz : Garzweiler II: Umsiedler bekommen Beratung

Die Umsiedlungsstandorte für die von Garzweiler II betroffenen Orte nehmen allmählich Gestalt an.

Bereits im vorigen Jahr hatten sich die beiden grünen Politikerinnen Christa Nickels (Bundestag) und Dr. Ruth Seidl (Landtag) nach Bürgeranfragen in Gesprächen mit verantwortlichen Stellen bemüht, die aufgetauchten Probleme in den betroffenen Dörfern zu behandeln.

Unter anderem waren sie bei Regierungspräsident Jürgen Roters vorstellig geworden und hatten im Juni zu einem Runden Tisch nach Immerath eingeladen. Die Stadt Erkelenz hatte damals auf eine Teilnahme verzichtet.

Nun trafen sich die beiden Abgeordneten zur Erörterung der Probleme mit Bürgermeister Erwin Mathissen. Der betonte zunächst, dass die Stadt die betroffenen Pfarrgemeinden massiv in ihrem Anliegen unterstützen werde, auch an den neuen Standorten kirchliche Gebäude zu bekommen und eigene Pfarren zu bleiben.

„In den ausgewählten städtebaulichen Planentwürfen sind entsprechende Gelände vorgesehen”, sagte Mathissen. Christa Nickels und Dr. Ruth Seidl, beide auch kirchenpolitische Sprecherinnen ihrer Fraktionen, werden dieses Anliegen am kommenden Samstag auch im Gespräch mit Bischof Mussinghoff erörtern.

Erwin Mathissen nutzte auch die Gelegenheit, auf eine aus Sicht der Betroffenen und der Stadt Erkelenz nicht verständliche Entwicklung bei der finanziellen Bewältigung der durch den Braunkohlentagebau verursachten Probleme hinzuweisen.

„Es darf nicht sein, dass - wie bislang üblich - das Land sich nach ersten Bekundungen des zuständigen Ministers Vesper aus der Förderung der Umsiedlungsstandorte durch Städtebauförderungsmittel zurückzieht und damit möglicherweise die Qualität der neuen Umsiedlungsstandorte in Gefahr gebracht wird. Schließlich wird über die Qualität der Umsiedlungsstandorte eine hohe Beteiligung an einer gemeinsamen Umsiedlung ermöglicht”, sagte Bürgermeister Mathissen.

Die beiden grünen Abgeordneten sagten zu, sich beim zuständigen Landesminister, dem Grünen Michael Vesper, für die Erkelenzer Anliegen einzusetzen. Ein entsprechendes Gespräch soll in Kürze stattfinden.

Besonders erfreut zeigten sich Seidl und Nickels, dass bald ein Beratungsbüro in Erkelenz eingerichtet wird. Damit wird eine der Forderungen, die die Bürger auch an die beiden grünen Abgeordneten gestellt hatten, erfüllt.

„Wir freuen uns, dass der Bürgermeister die positiven Signale bestätigt hat, von denen uns bereits aus der Mitte der Bürgerbeiräte berichtet wurde, und werden weiter für die Menschen vor Ort am Ball bleiben”, resümierten Ruth Seidl und Christa Nickels das fast zweistündige Gespräch.