Hückelhoven-Rurich: Ganz Rurich rümpft die Nase: Hühnerkot!

Hückelhoven-Rurich : Ganz Rurich rümpft die Nase: Hühnerkot!

Die Sache stinkt und zwar ganz gewaltig. Bis zum Himmel vielleicht nicht, dafür aber umso mehr in atmosphärischen Regionen, die von Menschen bevölkert werden.

Auslöser der immensen Geruchsbelästigung unter den Einwohnern des beschaulichen Dorfes Rurich an der B 57 sind stattliche Haufen von Hühnermist, die bis vor kurzem auf den sie umgebenden Feldern in die Höhe ragten.

Scheußliche Details

Von wegen frische Landluft: „Abstoßend und eklig” findet das nicht nur Hilde Hecker, selbst Opfer der opulenten Olfaktorien. „Mein Telefon steht nicht mehr still!”

Drei der Hügel habe sie bisher ausmachen können. Von Donnerstag vergangener Woche bis zum gestrigen Dienstag seien die Misthaufen unbehandelt dort liegen geblieben, so Hecker empört.

Aus der Nähe betrachtet offenbaren diese noch mehr scheußliche Details: Maden würden dort ihr Unwesen treiben, Überreste toter Hühner das traurige Gesamtbild vervollständigen.

„Ein unerträglicher Gestank”, berichtet Wortführerin Hecker, „breitet sich im ganzen Ort aus. Speziell die Anwohner in Randlage haben überdies mit einem starken Fliegenbefall zu kämpfen.”

Bei Regenfällen, befürchtet sie, könnten zudem giftige Bestandteile der Kot-Ansammlungen das Grundwasser verunreinigen.

Daher die gemeinsame Forderung der Betroffenen: „Es muss doch logistisch möglich sein, den Mist unmittelbar nach dem Abladen in den Boden einzuarbeiten.” Logistisch vermutlich schon, rein rechtlich allerdings besteht kein zwingender Grund hierzu.

Reiner Hühnerdung

Wie Harald Helger vom Umweltamt Hückelhoven - er hat die Situation vor Ort mit einem Mitarbeiter des Kreisgesundheitsamtes in Augenschein genommen - betont, erlaubt das Landesabfallgesetz eine 14-tägige Freiluft-Lagerung von reinem Hühnerdung. Werde der Mist jedoch einmal auf die Felder aufgebracht, müsse das Material umgehend in den Boden untergehoben werden.

Es kann sogar noch schlimmer kommen: Bestehe der Dünger zu 30 Prozent aus Kompost und lediglich zu 70 Prozent aus Federvieh-Fäkalien, greife die Bioabfallverordnung, so Helger. Und die sieht überhaupt keine Einarbeitungspflicht vor. Gleiches gilt im Übrigen bei einer Vermischung von Hühnermist und Stroh. Hier komme dann die Düngemittelverordnung zum Einsatz.

Ratloser Fachmann

Der Fachmann ziemlich ratlos: „Jetzt stehen Sie mal vor so einem Haufen und versuchen herauszufinden, woraus er besteht.” Drohe allerdings eine Infektionsgefahr durch Krankheitskeime, die von Fliegen verbreitet werden könnten, komme das Infektionsschutzgesetz zum Tragen. In so einem Fall müsse der verantwortliche Landwirt allerdings sofort, auf der Stelle sozusagen, handeln.