Fußballkreis: „Nr.23 ist mein Freund”

Fußballkreis: „Nr.23 ist mein Freund”

Kreis Heinsberg. In der Geschäftsstelle des Fußballkreises Heinsberg in Kirchhoven hatten einige Vereinsvertreter bereits leuchtende Augen.

„Es passt nichts besser als genau in dieser Woche etwas zu verschenken”, begann Josef Füßer, Vorsitzender des Fußballkreises, seine Ansprache.

„Fehler machen wir alle, keiner von uns kann sich davon freisprechen. Nur der Fußball-Schiedsrichter muss ein Multitalent sein. Er muss in Sekundenschnelle - hopp oder top - entscheiden und ist meistens der Dumme”, so Füßer weiter.

Das Schiedsrichterwesen liegt dem Kreisvorstand und besonders Josef Füßer am Herzen. Und in Sachen Gewalt gegen Schiedsrichter kennt der Kreisvorstand kein Pardon.

Vor Monaten wurde die Idee geboren, einen Arbeitskreis zum Schutz der Schiedsrichter ins Leben zu rufen. An der Spitze steht Eduard Meinzer, der stellvertretende Vorsitzende des Fußballkreises. Der Arbeitskreis ist bereits sehr aktiv.

Im Januar möchte man das Projekt vorstellen. Und ab Sommer sollen dann flächendeckend im Kreis Aktionen starten. „Wir sind in der glücklichen Lage, über ein gesundes Guthaben zu verfügen. Wir möchten das Geld sinnvoll wieder an die Vereine zurückzahlen. Andere Kreise beneiden uns, können solche Aktionen, wie wir sie machen, nicht durchführen”, zeigte sich Füßer stolz und sah mit der Idee „Gewalt gegen Schiedsrichter” seinen Kreis als Aushängeschild im Fußball-Verband Mittelrhein und vielleicht auch bundesweit.

5000 Euro wurden aus dem großen Topf genommen. 30 Vereine hatten Interesse bekundet, fünf von ihnen wurden jetzt als Botschafter ausgestattet. Sie erhielten einen kompletten Trikotsatz in den gewünschten Vereinsfarben und einen Trikotkoffer.

Die schicken Trikots zeigen die Schiedsrichterpfeife, eingerahmt ist dort der Schriftzug zu lesen: „Nr.23 ist mein Freund”. „Die fünf Vereine sind Botschafter für unsere Aktion und auch gleichzeitig Paten”, so Meinzer.

Die Jugendmannschaften aus Heinsberg-Lieck, Bauchem und Randerath-Porselen möchten in den Trikots auflaufen. Bei den Spielen des Nachwuchses im Fußballkreis hatten in letzter Zeit Gewaltaktionen zugenommen. Mit Ratheim und Granterath wollen zwei Seniorenmannschaften die Trikots überstreifen und ebenfalls Zeichen setzen.