Heinsberg: Furcht vor dem Brustkrebs lässt Frauen erstarren

Heinsberg : Furcht vor dem Brustkrebs lässt Frauen erstarren

Egal ob es im lockeren Kollegenplausch über dies und das zur Sprache kommt, im privaten Gespräch mit Freundinnen oder etwa beim Arzt - das Thema Brustkrebs löst wohl bei den meisten Frauen stets einen kalten Schauer aus.

Nicht selten führt die Angst vor dieser gefährlichen Erkrankung auch zu einem Meideverhalten. Einfach nicht daran denken, dass es passieren könnte. Wird schon schief gehen...

Wenn das Unfassbare dann aber doch geschieht, bricht für die betroffenen Frauen und ihre Angehörigen eine Welt zusammen, weiß Brunni Maiß. Die Krankenschwester ist Stationsleiterin der Gynäkologie im Heinsberger Krankenhaus und seit kurzem auch ausgebildete Pflegeexpertin für Brusterkrankungen.

Mit der durch die Deutsche Gesellschaft für Gesundheits- und Pflegewissenschaft durchgeführten Ausbildung der erfahrenen Krankenschwester untermauert das Heinsberger Krankenhaus seinen Ruf als Brustzentrum in der Region.

Es sei für die Frauen eine außergewöhnliche, psychische Belastungssituation, in die sie sich schlagartig durch die Diagnose Brustkrebs versetzt sähen, erläutert Schwester Brunni. „Die Patientinnen sollen vorwiegend von nur einer Schwester betreut werden, zu der sie auch ein besonderes Vertrauensverhältnis aufbauen können.”

Im Vordergrund der Sorgen stünde meistens die Angst vor Körperbildveränderungen im Brustbereich oder Haarverlust durch eine Chemotherapie. „Was der Arzt ihnen erklärt, verstehen viele Patientinnen zu Beginn nicht, weil sie sich fürchten und dicht machen.”

Rund 75 Patientinnen werden als so genannte „Ersteingriffe” bei Brustkrebs pro Jahr in Heinsberg operiert. „Der weitaus größte Teil wird Brust erhaltend operiert”, räumt Schwester Brunni mit dem Schreckensbild auf, dass jede Brustkrebsoperation gleichbedeutend sei mit einer Amputation. Ohne sich konkret auf eine Zahl festlegen zu wollen, schätzt sie, dass rund 80 Prozent der Eingriffe ohne Brustverlust enden. „Wenn der Wunsch besteht, kann auch der sofortige Wiederaufbau der Brust erfolgen.” Chefarzt Dr. Uwe Käschel genieße auf diesem Gebiet einen hervorragenden Ruf.

Natürlich weiß die neue Pflegeexpertin für Brusterkrankungen, dass Brutkrebs nicht immer zu heilen ist, daher freut sie sich besonders über Fälle wie den einer 26-jährigen Frau, die noch während der Schwangerschaft die beklemmende Diagnose erhielt. Umgehend wurde eine Chemotherapie eingeleitet - mit durchschlagendem Erfolg. Heute seien Mutter und Kind vollkommen gesund, möchte Schwester Brunni allen betroffenen Frauen Mut machen.