Erkelenz: Für politische Querelen bleibt am Jahresende kein Platz

Erkelenz : Für politische Querelen bleibt am Jahresende kein Platz

Premiere für den neugewählten Bürgermeister Peter Jansen: Zum ersten Mal lud er zum Schöffenessen ins Alte Rathaus ein.

Diese „Sondersitzung des Stadtrates ohne Tagesordnung” mit Gästen bildet den traditionellen Jahresabschluss des politischen Lebens in Erkelenz.

In seiner Rede ging Jansen zunächst auf den Ursprung des Schöffenessens ein, bei dem bis 1620 die Schöffen aus Aachen gemeinsam mit dem Bürgermeister im Rahmen eines Mahles über die Geschicke der Stadt diskutierten und etwaige Unebenheiten und Missverständnisse.

Das Aufarbeiten von politischen Querelen und Missverständnis war wohl auch der Grund, warum vor über 40 Jahren der Stadtrat das Schöffenessen wieder einführte. Hierbei konnten und im vertraulichen Gespräch oder in geselliger Runde Wogen geglättet und Zwistigkeiten behoben werden.

In seiner Bilanz sprach Jansen von einem interessanten Jahr in Erkelenz; nicht nur wegen eines neuen Bürgermeisters und eines Rates mit acht Gruppierungen, sondern auch wegen der Ereignisse in zurückliegenden Monaten.

Markante Ereignisse sind nach Auffassung von Jansen etwa die abgeschlossene Erweiterung des Cusanus-Gymnasiums um 16 Klassen oder die Feiern aus Anlass des 30-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft mit St. James. Ein entscheidendes Datum sei für Erkelenz der 22.September 2004.

An diesem Tag unterzeichneten Vertreter der Stadt und von RWE Power den Vertrag zur Umsiedlung der Orte Borschemich sowie Immerath, Lützerath und Pesch. Dieser Vereinbarung sei erstmalig im rheinischen Braunkohlerevier und würde das Verhältnis zwischen dem Tagebaubetreiber und den Betroffen auf einer neue vertragliche Grundlage regeln.

Gegenreden sind nicht erlaubt. Lediglich der Regierungsvizepräsidenten Ulrike Schwarz, die den kurzfristig verhinderten Regierungspräsidenten Jürgen Roters vertrat, wurde ein Grußwort zugebilligt.

Es kam ihr gar nicht ungelegen, dass Roters absagen musste, so kam sie in den Genuss, in Erkelenz feiern zu können. Nicht nur sie blieb lange am Freitagabend; es gab wohl viel zu glätten...