Hückelhoven: Für Himmelsstürmer sind Sterne zum Greifen nah

Hückelhoven : Für Himmelsstürmer sind Sterne zum Greifen nah

Der Kosmos verbirgt so manches Geheimnis, nach dem es sich zu forschen lohnt. Wohl kaum jemand weiß das besser als die 14 Mitglieder der Astronomie-AG des Gymnasiums.

1998 gegründet, beschränkt sich die Tätigkeit der Arbeitsgemeinschaft bei weitem nicht nur auf die „graue Theorie”.

Schließlich verfügt die Lehranstalt über eine eigene Observations-Kuppel, unter der sich ein ansehnliches Teleskop, ein Zeiss-Cassegrain F/2350 mm f/15, verbirgt.

Einmal in der Woche treffen sich die Sternenforscher, um ihrem Tage- oder besser gesagt Nachtwerk nachzugehen. Ist der Abendhimmel sternenklar, steht einem Blick in die unendlichen Weiten des Alls nichts mehr im Wege.

Die kosmische Leidenschaft der Himmelsstürmer manifestiert sich aber auch noch auf einem publikumswirksameren Gebiet: 2001 riefen sie den Astronomie Treff Hückelhoven (ATH) ins Leben. Am Samstag, 22. Februar, nähert er sich zum dritten Mal - fast schon ein Muss für alle Hobbyforscher.

Nahezu 40 Aussteller aus dem Bundesgebiet und darüber hinaus werden in der Mehrzweckhalle des Gymnasiums Teleskope, Optiken, technische Innovationen, Soft- und Hardware sowie alles, was mit der faszinierenden Materie zu tun hat, ausstellen.

Zum Programm gehören ferner Referate versierter Amateur-Astronomen, die interessierte Zuhörer direkt nebenan in der Aula über neueste Entwicklungen aufklären. Ihr Kommen angekündigt haben außerdem die Mitarbeiter mehrerer professioneller Einrichtungen wie zum Beispiel der Sternwarte Aachen, der Rudolf-Römer-Sternwarte Rheinhausen oder der Sternwarte Neanderhöhe.

Für die Verpflegung sorgt das Team um die beiden AG-Leiter Robert Lebek und Wilfried Reiners selbstverständlich höchstpersönlich.

Ein anstrengender Tag steht den AG-Teilnehmern also bevor, doch organisatorisch macht ihnen so leicht keiner was vor: Der Programmablauf ist ausgearbeitet, kostengünstige Übernachtungsmöglichkeiten für Aussteller, die frühzeitig anreisen wollen, bietet die nahe gelegene Turnhalle in ausreichender Anzahl, helfende Hände sind außerdem stets abrufbereit.

Nicht zuletzt in wirtschaftlicher Hinsicht können die Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren beachtliche Erfolge verbuchen.

So erwarben sie vom Erlös des zweiten ATH eine leistungsfähige Digital-Kamera. Die Vorteile liegen auf der Hand: „Wir können Fotos jetzt direkt in den Computer einspeisen, statt sie einzuscannen”, erklärt Robert Lebek.

Neu sei übrigens auch der Rechner, denn ohne gehe es hinsichtlich der Bildbearbeitung wohl kaum. Wilfried Reiners, der als Leiter der Foto-AG eng mit Lebek zusammenarbeitet, setzt da lieber auf die konventionelle Technik: „Es geht nichts über ein schönes Schwarz-Weißbild, das man im Fotolabor eigenhändig entwickelt hat.” Vor kurzem erst habe das schuleigene Labor eine Generalüberholung bekommen, berichtet Reiners.

Nun ist die Foto-AG stolzer Besitzer eines neuen Entwicklungsgerätes. Hobby-Astronomen, da sind sich beide Ressortleiter einig, leisten eine äußerst wichtige Arbeit. Hätten professionelle Sternwarten nicht immer die Zeit, den Himmel nach für die Erde gefährlichen Objekten wie Meteoriten abzutasten, würden sich einige „Freizeit-Observierer” ganz dieser Aufgabe verschreiben.

„Globale Katastrophenszenarien sind weder eine Science-Fiction-Phantasie noch Hirngespinste”, macht Lebek deutlich. Kleinere Gesteinsbrocken fielen immer wieder auf die Erde, ein „planetarer Killer” sei zuletzt vor 65 Millionen Jahren aufgeschlagen. Das Aus für die Dinos.

Aber warum in die Ferne streben, wenn das Gute so nah liegt: Auch der Mond bietet mit seinen unzähligen Kratern und „Canyons” immer wieder ein verlockendes Reiseziel - die AG-Mitglieder verlieren dabei selbstverständlich nie den festen Boden unter ihren Füßen.

Ihr nächster großer Wunsch: einen handlichen Laptop und vielleicht auch noch eine Feldmontierung, um auch mal unterwegs ein paar Blicke ins All riskieren zu können. Mal sehen, was der dritte ATH so mit sich bringt . . .