Für den Frieden und ein vereintes Europa

Für den Frieden und ein vereintes Europa

Geilenkirchen/Übach-Palenberg. Seine privaten Interessen sind die Zeitgeschichte und die Sicherheitspolitik. Diese Steckenpferde kann Herbert Wölfel nun auch in seine neue Aufgabe mit einbringen.

Im Juli trat er die Nachfolge von Volker Höppner als Leiter der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik (GfW), Sektion Aachen-Heinsberg, an.

Dort wird sich Wölfel, den es 1973 zum ersten Mal nach Geilenkirchen verschlug, mit den Wirkungsbereichen Sicherung des Friedens, Stärkung der Verteidigungsbereitschaft, Festigung der Einheit in Deutschland und Zusammenwachsen der einzelnen Staaten zu einem vereinten Europa befassen.

Die Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik wird von einem Präsidium geführt, dem die ehemalige Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Claire Marienfeld, als Präsidentin vorsteht. „Sicherheitspolitik ist heutzutage ein äußerst komplexer Bereich. Er umfasst primär Außenpolitik, muss wirtschaftliche, gesellschaftliche, ethnische und historische Zusammenhänge berücksichtigen und umfasst nur in geringem Umfang militärische Inhalte”, skizziert Herbert Wölfel das Aufgabengebiet der GfW.

Die Gesellschaft betreibe weniger Mitgliederinformation als vielmehr breite sicherheitspolitische Öffentlichkeitsarbeit. Dafür erhalte sie auch Mittel vom Bundespresseamt. „Die Gesellschaft arbeitet unabhängig, überparteilich und überkonfessionell und verfolgt ausschließlich gemeinnützige Zwecke”, erklärt der neue Sektionsleiter die Grundsätze der GfW.

Heute gebe es 115 Sektionen in sieben Landesbereichen, deren Mitgliederzahl sich ständig erhöhe. Zu den Schwerpunkten seiner neuen Arbeit zählen Vorträge, Seminare, Truppenbesuche und Informationsreisen. Turnusmäßig finden die Vortragsreihen der für den Bereich Aachen und den Kreis Heinsberg zuständigen Sektion in Aachen und Geilenkirchen statt.

Sektionsleiter Herbert Wölfel steht eine breite Palette von Themen zur Verfügung, die alle Bereiche der Sicherheitspolitik, innerdeutsche Fragen oder auch Probleme der Integration Europas abdecken.

Der Sektionsleiter skizziert: „Die Verteidigungsbereitschaft kann nicht von Schwankungen der Tagespolitik abhängig werden. Äußere Sicherheit darf nicht erst im Notfall gewährleistet sein. Jeder souveräne Staat unterhält Verteidigungskräfte und gewährleistet damit seinen außenpolitischen Handlungsspielraum, sein Gewicht in Verhandlungen und seine Identität über alle Wechselfälle der internationalen Lageentwicklung hinweg”.

Dafür wolle die Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik als große Bürgerinitiative in Deutschland auch in der Zukunft wirken.

Oberst a.D. Herbert Wölfel trat nach dem Abitur in Bayern 1961 als Offiziersanwärter in die Bundesluftwaffe ein. Von 1973 bis 1976 wohnte der damalige Leutnant erstmals in Geilenkirchen. Von 1978 bis 1983 war Wölfel als Oberstleutnant beim damaligen Flugkörpergeschwader 2 in Geilenkirchen eingesetzt und zuletzt dort Kommandeur.

Nach Verwendungen bei der Nato und im Bundesverteidigungsministerium wurde er 1989 zum Oberst befördert. Mit der deutschen Wiedervereinigung übernahm er 1990 die ehemalige DDR-Flak-Raketenbrigade 43 in Bernau bei Berlin. Nach verschiedenen nationalen und Auslandsverwendungen war der Oberst vor seinen Pensionierung von 1998 bis 2001 verantwortlich für Grundsatzangelegenheiten im Nato-Hauptquartier in Brunssum.

Herbert Wölfel ist Träger des Bundesverdienstkreuzes und des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse. Er hat Übach-Palenberg als seinen Wohnsitz ausgewählt, ist verheiratet und hat einen Sohn.