Heinsberg-Karken: Fünf Bläser aus vier Ländern beim Konzert

Heinsberg-Karken : Fünf Bläser aus vier Ländern beim Konzert

Gesangsauftritte sind zu Grippezeiten besonders gefährdet, kommt es doch in den gelichteten Reihen auf jede Stimme an.

So schleppt sich mancher Sänger mit dem Kopf unterm Arm „abends ins Konzert”, wie sich das vorweihnachtliche Konzert des Quartettvereins betitelte. Vorsitzender Michel Gornig war erleichtert, dass fast alle zur Stelle waren bei einem Konzert, bei dem auch Instrumente hell erglänzten. Durch die Nähe zu den Niederlanden sind Blasmusikvereine der Kategorie „Harmonie” und „Fanfare” allgemein vertraut und beliebt. Dagegen haben Brass-Formationen Seltenheitswert.

Den Auftritt der „International Brass” mit fünf Bläsern aus vier Ländern genossen sowohl die Musikanten wie die Hörer in der akustisch dafür geschaffenen Bürgerhalle. Die berühmte Ankunft der Königin von Sheba am Hofe des Königs Salomon wurde sogar auf einer Barocktrompete gespielt. Mit und ohne Chor wurde festlich musiziert und dabei auch der Übergang von Advent auf Weihnachten in Moll und Dur charakterisiert.

Während wir das Christfest gefühlvoll begehen, verfahren unsere Nachbarn ganz anders. In Frankreich geht man am Heiligabend in Bestlaune aus. Das schlägt sich auch in den typischen Cantiques de Noel nieder. Auch die Engländer sind in Feststimmung und drücken das in ihren Christmas Corals aus. Während der Männerchor es mit den traditionell gefühlvollen deutschen Weihnachtsliedern hielt, warfen die Bläser auch einen Blick auf die Nachbarn und betonten das „Merry Christmas”.

Orgelmusik für Bläser nutzbar zu machen, war ein weiterer, aufschlussreicher Aspekt. Dass dabei ein Alexandre Guilmont in besonderer Gunst stand, war nicht zu vermuten. Aber der Titel von Josef als gutem Ehemann war zu verlockend, wie auch die Paraphrase über Tochter Zion. So leistete die International Brass, die seit zehn Jahren besteht, aktiven Beitrag zu einem wohl abgestimmten Konzert, indem es gelegentlich auch dem Chor kräftig unter die Arme griff, wie am Anfang, wo das tschechische Trommellied angestimmt wurde. Hin und wieder kam auch ein einzelnes Blasinstrument zu Hilfe und verstärkte die Klavierbegleitung von Helmut Misgaiski aus Rath-Anhoven.

Wolfgang Beule ließ die Chance nicht ungenutzt, seinen wohl präparierten Chor alleine glänzen zu lassen, um zu beweisen, dass die alten Weihnachtslieder noch präsent sind, sei es darum, dass man ihnen ein neues Outfit verpasst wie Reinhard Grieshaber, Hermann Ophoven oder Gus Anton. Das vorweihnachtliche Konzert blieb neben Gedichten ganz beim Thema und offerierte gepflegte Gesangsleistungen, deren sich auch ein „angeschlagener” Chor absolut fähig erwies. Für die Besucher gab es eine Sonderüberraschung. Unter ihren Sitzen klebten zweimal zwei Eintrittskarten für das Jubiläumskonzert am 6. Juni 2009.