„Frühstückspause” mit Becker und Jünemann

„Frühstückspause” mit Becker und Jünemann

Kreis Heinsberg. Auf der Bühne in der Betty-Reiss Gesamtschule und nicht vor den Mikrofonen des WDR 2 packten Jürgen Becker und Didi Jünemann diesmal ihre Frühstücksbrötchen aus, auch wenn es von der Uhrzeit her wohl eher das Abendbrot war.

Natürlich durfte auch die Thermosflasche und das Alu-Köfferchen als Requisit nicht fehlen. Der Zeitungsständer im Hintergrund gab den beiden Kabarettisten Gelegenheit zur Bewegung.

In fast zehn Jahren hat sie fast jeder schon einmal gehört, andere warten längst gespannt darauf wenn es am Freitagmorgen kurz vor elf im WDR 2 heißt: „Herr Jünemann, Frückstückspause!” und die prompte Antwort: „Ja, Herr Becker, ich komme!”

Warum sie nun auf Tournee sind, dafür lieferten Jürgen Becker und Didi Jüneman dem Wassenberger Publikum ihre Begründung „Das Rotlicht im Studio lacht nicht”. Dafür kam das zahlreich nach Wassenberg gekommene Publikum rund zwei Stunden aus den Lachen kaum heraus und nicht selten musste man die Ohren spitzen, um bei den Schlag auf Schlag gelieferten Wortspielereien die Pointen nicht zu verpassen.

„Frühstückspause” steht eigentlich für den kleinen Satire-Hunger zwischendurch, doch mit dem Live Auftritt, zu dem die Rurtal-Produktion das Kölner Duo nach Wassenberg geholt hatte, wurde schon der größere Hunger bedient.

Der alltägliche Wahnsinn bietet reichlich Stoff

Zeitgeschichte und -geschehen sowie Aktuelles wird im Dialog auf den Punkt gebracht und dabei gibt es kaum Tabus. Der alltägliche Wahnsinn bietet im Großen und Kleinen viel Stoff für Kabarettisten und dieser wird zu einem Kabarett-Leckerbissen, den Jürgen Becker und Didi Jünemann präsentieren „Im Radio erzählen wir, was wir wollen”, so das Duo mit einem Augenzwinkern - und in Wassenberg war es nicht anders.

Busch und der Irak-Krieg, die Preispolitik der Bahn, der Vorschlag Autos statt mit Benzin doch mit Kölsch zu fahren - ist billiger - waren nur einige der Themen.

Auch für Ministerin Ulla Schmidt und die zwingend notwendige Reform im Gesundheitswesen hatte das Kabarettistenduo mehr als nur einen interessanten Vorschlag parat. Es kommt aus auf die Betonung an, wenn aus dem „Rollator” als Gehhilfe ein „Bau-Gehhilfe” aus dem Baumarkt wird. Doch auch die bekannte Hassliebe zwischen Köln und Düsseldorf fand im Programm, gekleidet in amüsanten Wortwitz, ihren Niederschlag.

Als Zugaben präsentierten sich Jürgen Becker und Didi Jünemann jeweils als Solisten und setzten damit dem ebenso amüsanten wie interessanten Abend das i-Tüpfelchen auf.