Selfkant: Friedhofsgebühren der Gemeinde sinken

Selfkant : Friedhofsgebühren der Gemeinde sinken

Über viele Jahre sind die Friedhofsgebühren in der Gemeinde Selfkant fortwährend gestiegen. Nun hat die Gemeinde mit den eingenommenen Gebühren, die mit Bestattungen verbunden sind, einen Überschuss erwirtschaftet. Und das bedeutet, dass die Gebühren nun wieder sinken.

Dass die Sätze zum kommenden Jahr niedriger werden, ist sozusagen gesetzlich vorgeschrieben. Denn Gebühren sind — anders als Steuern — ausschließlich dazu gedacht, den Aufwand der öffentlichen Hand zu decken.

Konkret hat die Gemeinde im Jahr 2014 rund 38.000 Euro zu viel eingenommen. Für 2015 sei mit einem Überschuss von rund 50.000 Euro zu rechnen. Deshalb sinken die Gebühren für Zuteilung und Nutzung von Grabstätten auf den Friedhöfen im Selfkant um 25 Prozent.

Die Gebühr bei Sarg- und Urnen-Reihengräbern sinkt demnach von 700 auf 525 Euro. Bei Beisetzungen auf dem Aschestreufeld sinkt die Gebühr von 250 auf 188 Euro. Bei einer Sargbestattung in einer Wahlgrabstätte sinkt die Gebühr von 1500 auf 1125 Euro.

Dass die Gebühren abgesenkt werden, ist zwar noch keine beschlossene Sache, allerdings empfahl der zuständige Haupt- und Finanzausschuss der Gemeindevertretung, die Gebühren zu senken.

Die Fraktionen begrüßten zwar den Umstand, dass die Bürger nun weniger für Bestattung bezahlen müssen. Allerdings kritisierten sie das Auf und Ab der Friedhofsgebühren. Heinz Stassen (CDU) hält immer wieder steigende und fallende Gebühren für bedenklich: „Ich weiß nicht, ob das sozial richtig ist“, sagte er. Es gleiche einer Lotterie, ob man mehr oder weniger zahlen müsse, hieß es im Ratssaal. Auch Willi Peters (SPD) findet konstante Gebühren sinnvoller. Wenn in Zukunft wieder ein Überschuss erwirtschaftet wird, solle er in die Instandhaltung der Friedhöfe investiert werden.

Kaum im Portemonnaie spürbar

Eine Gebührenerhöhung steht auch bei den Abfallgebühren nicht an. Sie bleiben weitgehend konstant. Wegen einer rechtlichen Änderung werden die Gebühren marginal gesenkt. Allerdings in einer Größenordnung, die der Verbraucher kaum im Portemonnaie spüren dürfte.

Ärgerlich ist dagegen, dass die Gemeinde immer mehr wilden Müll entsorgen muss. Um rund ein Drittel hätte der achtlos in die Wildnis gekippte Unrat zugenommen. Insgesamt mehr als 31 000 Euro muss die Gemeinde für die Entsorgung des wilden Mülls im laufenden Jahr voraussichtlich ausgeben. Die Kosten legt sie auf alle Gebührenzahler um. Nur weil die Gemeinde mit den Abfallgebühren im Jahr 2013 einen Überschuss erwirtschaftete, bleiben die Gebühren trotz des vielen wilden Mülls konstant.

Sinken sollen dagegen die Gebühren für Abwasser. Für Schmutzwasser zahlen Verbraucher im kommenden Jahr 3,12 Euro je Kubikmeter. Dieses Jahr zahlen sie noch 3,17 Euro für jeden Kubikmeter Schmutzwasser, 2014 waren es 3,29 Euro.

Für das Niederschlagswasser zahlen Grundstückseigentümer künftig auch eine niedrigere Gebühr. Sie ist für das kommende Jahr mit 60 Cent je Quadratmeter festgesetzt. Im laufenden Jahr beträgt die Gebühr 65 Cent, im vergangenen Jahr waren es noch 72 Cent je Quadratmeter.