Kreis Heinsberg: Freiwilliges umweltbewusstes Handeln

Kreis Heinsberg : Freiwilliges umweltbewusstes Handeln

Mit großer Mehrheit lehnte der Kreisausschuss einen Antrag von Bündnis 90/Die Grünen ab, wonach für Dienstreisen von Mitarbeitern des Kreises sowie von Kreistagsabgeordneten mit dem Flugzeug so genannte „Klimaschutz-Zertifikate” von der gemeinnützigen Gesellschaft „atmosfair gGmbH” erworben werden sollen.

Wie die Grüne-Fraktionssprecherin Maria Meurer erläuterte, werde dadurch die Möglichkeit geboten, nicht vermeidbare Flüge und die damit verursachten Klimagase durch eine Abgabe auszugleichen. Die Mittel werden unter anderem in Solar- und Energiesparprojekte investiert, um dort Treibhausgase einzusparen.

Als konkretes Beispiel bezifferten die Grünen für einen Hin- und Rückflug von Düsseldorf nach Budapest auf dem Weg zum ungarischen Partnerschaftskreis Komarom-Esztergom mit Emissionen in Höhe von 560 Kilogramm Kohlendioxid. Diese könne „atmosfair” in einem Klimaschutzprojekt für einen Flugpreisaufschlag von 13 Euro pro Person ausgleichen.

Landrat Stephan Pusch bezeichnete die Initiative von „atmosfair” als „grundsätzlich begrüßenswert”, weil diese wie viele andere im Umweltbereich der zunehmenden Belastung des Weltklimas Rechnung tragen. Er betonte, dass auch der Kreis Heinsberg durch freiwilliges umweltbewusstes Handeln dazu beiträgt.

Als einige Beispiele nannte er das ökologisches Beschaffungswesen, in Planung befindliche Solaranlagen für zwei kreiseigene Gebäude, Energieeinsparung und Nutzung umweltgerechter Energien und die Umrüstung der Dieseldienstfahrzeuge mit Russpartikelnfiltern. „Wir fahren sauber!”, sagte Pusch mit Blick auf die bereits umgerüsteten Dienstwagen.

Flüge würden sich auf Reisen in die Partnerkreise in Schottland und Ungarn beschränken und aus Gründen der Zeitersparnis und Wirtschaftlichkeit erfolgten. Dies gelte insbesondere vor dem Hintergrund der Verpflichtung, Haushaltsmittel sparsam und wirtschaftlich zu verwenden.

Eine in diesem Zusammenhang freiwillig zu erbringende zusätzliche Geldleistung würde diesem Grundsatz zuwider laufen. Deshalb sollte sich der Kreis beim Erwerb auf Klimaschutzzertifikaten Zurückhaltung auferlegen.

Dem schloss sich auch CDU-Fraktionssprecher Norbert Reyans an: „Wir sind keine Vielflieger, es geht um Ausnahmen!” Erwin Dahlmanns (CDU) sprach von einem „Freikaufen” und forderte, durch eigenes Handeln zum Klimaschutz beitragen.