Erkelenz: Freiwillige Feuerwehr mit Dienstpflicht für Männer

Erkelenz : Freiwillige Feuerwehr mit Dienstpflicht für Männer

Vom 2. bis 4. Februar 1890 feierten die Baaler ihr Kirchweihfest, die Brigida-Kirmes, wie das Erkelenzer Kreisblatt berichtet.

In der Gastwirtschaft Landen gaben es „musikalische Abendunterhaltungen, verbunden mit komischen Vorträgen und Zitherspiel bei einem Entree von 20 Pfennig je Person.

Der Reinertrag der Veranstaltung war dem Besten der Fenster der neuen Kirche bestimmt.”

In Arsbeck durfte aus Anlass der Adelgundis-Kirmes bei Friedrich Weymar und Witwe Gerhard Esser getanzt werden. Weiter lesen wir in der gleichen Ausgabe: „Die Adelgundisbruderschaft hielt in der Tonhalle des Herrn Weymar am 4. Februar 1890 Fahnenweihfest ab.”

In der Geneikener Schule fehlte 1890 ein Kaiserbild.

Das durfte nun wirklich nicht geschehen, wie das Erkelenzer Kreisblatt berichtet.

Dazu heißt es weiter: „In Gegenwart des Bürgermeisters Hoeren wurde das Kaiserbild feierlich angebracht. Lehrer Kuester hielt dabei eine gehaltvolle Ansprache, worauf das Bild enthüllt wurde.”

Dass Auto-Rallyes auch vor über 100 Jahren ihre Opfer forderten, lesen wir im Jahresband 1900: „Es dürfte von Interesse sein, zu vernehmen, welche Opfer die Automobil-Fernfahrt Berlin - Aachen gekostet hat.

Nach den bisherigen Schadenersatzanmeldungen sind von den an der Fernfahrt beteiligten Fahrzeugen angefahren und getötet worden: Eine Kuh, zwei Schweine, drei Schafe, 16 Hunde, 23 Hühner, ferner wurde ein Wagen mit Heu und eine Mauer umgefahren.”

Wenn heute in fast jeder Rock-, Schul- und Einkaufstasche ein Handy in vielen Varianten klingelt, war das 1900 ganz anders, wie die Zeitung informiert: „Mit der Herstellung einer Fernsprechverbindungsanlage Erkelenz - Aachen - M.-Gladbach - Düsseldorf sowie dem Bau einer Stadt-Fernsprecheinrichtung hierselbst soll in nächster Zeit begonnen werden, womit ein seit langer Zeit gehegter Wunsch der hiesigen Industriellen und sonstiger Gewerbetreibenden in Erfüllung gehen wird.”

Im gleichen Jahr gab es eine neue Verordnung in der Brandbekämpfung. „Der Herr Regierungspräsident hat für den Umfang des Regierungsbezirkes Aachen eine am 1. August 1900 in Kraft tretende Polizei-Verordnung über das Feuerlöschwesen in den Landgemeinden und in den Städten unter 10 000 Einwohner erlassen, deren wesentliche Punkte folgende sind:

1.) In den mehr als 500 Einwohner zählenden Ortschaften, in denen eine den behördlichen Anordnungen entsprechende freiwillige Feuerwehr nicht vorhanden ist, ist eine Brandwehr zu bilden.

Dienstpflicht in derselben ist jeder männliche Einwohner vom 17. bis zum 50. Lebensjahre mit Ausnahme der Beamten, Ärzte, Apotheker, Geistliche, Lehrer und Kranke.

Jeder Brandwehrmann hat bei Bränden zur Hilfeleistung in der vorgeschriebenen Ausrüstung sich einzufinden, desgleichen bei Übungen, und den Befehlen der Führer Folge zu leisten. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafen bis zu 30 Mark oder entsprechender Haft geahndet.

2.) In den Ortschaften mit weniger als 500 Einwohnern ist jeder männliche Einwohner, mit den oben ausgeführten Ausnahmen, vom 17. bis zum 55. Lebensjahre verpflichtet, bei jedem Brande Hilfe zu leisten.

3.) Sämtliche Gespannhalter sind, unbeschadet der den Gemeinden obliegenden Erstattungspflicht, gehalten, Gespann und Fuhrwerk bei dem Ausbruch eines Brandes in einer vorher bestimmten Reihenfolge zu stellen.

4.) Die erforderlichen Löschgerätschaften sind von den Gemeinden zu beschaffen und in brauchbarem Zustande zu erhalten.”