Wegberg/Mönchengladbach: Freispruch für die Angeklagte

Wegberg/Mönchengladbach : Freispruch für die Angeklagte

Im Prozess um den Tod einer Rentnerin kurz nach einem Streit um eine Katze hat das Landgericht Mönchengladbach eine Nachbarin vom Totschlag-Vorwurf freigesprochen.

Die 59-Jährige war vor Gericht gekommen, nachdem ihre 78 Jahre alte Nachbarin Ende Mai in Wegberg eine Treppe heruntergefallen war.

Kurz vor ihrem Tod hatte die Sterbende der Polizei noch gesagt, sie sei von der Angeklagten gestoßen worden. Der Prozess habe diesen Verdacht jedoch nicht gestützt, urteilte das Gericht.

Zeugen hatten die Angeklagte als sehr friedfertig beschrieben, die Tote jedoch als streitsüchtige „Kratzbürste”. Wegen vermeintlichen Lärms rief die Rentnerin demnach immer wieder die Polizei.

Die Frauen hatten sich auch oft um den Kater „Felix” gestritten. Er gehörte der Angeklagten, wurde aber angeblich von der 78-Jährigen tagelang in ihrer Wohnung gefangen gehalten, was die Rentnerin immer geleugnet haben soll.

Kurz nach einem Streit um „Felix” war die 78-Jährige an einem Samstagvormittag Ende Mai mit gebrochenem Schädel am Fuß einer fast drei Meter hohen Treppe gefunden worden. Sieben Stunden später starb die Frau. Zuvor hatte sie ihre verhasste Nachbarin, die sie auch mehrmals angezeigt hatte, angeschuldigt.

Die 59-Jährige, die am Tattag nach reichlich Wodkagenuss 1,7 Promille Alkohol im Blut hatte, beteuerte auf der Anklagebank ihre Unschuld: Sie habe ihre Nachbarin nicht einmal berührt. Die gebrechliche Frau habe von selbst das Gleichgewicht verloren.

Die Angeklagte war schon am ersten Prozesstag Ende November vorläufig auf freien Fuß gesetzt worden.