Kreis Heinsberg: Frauenzentrum dankt den „Brückenbauern“

Kreis Heinsberg : Frauenzentrum dankt den „Brückenbauern“

Rita Zurmahr-­Tabellion durfte als Vorsitzende des Vereins Frauenzentrums (Beratung — Gespräche — Vernetzung von Frauen für Frauen im Kreis Heinsberg) am Vorabend des Internationalen Frauentages insbesondere viele ehrenamtlich engagierte Frauen aus den verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen zu einer Veranstaltung unter dem Titel „Frauen und gesellschaftlicher Zusammenhalt“ in der Hückel­hovener „Burg“ begrüßen.

Auch auch einzelne Männer waren dabei. Es brauche auch Männer, die Frauen unterstützen würden, stellte die Vorsitzende fest und rief den Frauen zu: „Bleiben Sie Brückenbauer!“ Und sie sollten sich in der Politik engagieren.

Gesellschaftlicher Zusammenhalt sei nur zu gewährleisten durch Menschen, die Brückenbauer seien, hatte Zurmahr-Tabellion schon in der Einladung zu dieser Veranstaltung festgestellt. So werde es immer wichtiger, Initiativen zur Völkerverständigung zu unterstützen, „wenn wir auch in den nächsten Jahren friedvoll miteinander leben wollen“.

Kritisch hatte die Vorsitzende angemerkt, dass trotz Quotenregelung weniger Frauen in Landtag und Bundestag vertreten seien als in der vorangegangenen Wahlperiode. Dies gelte auch für Kreistag und Stadtrat, blickte sie dabei auch auf die lokale Ebene. Trotz kritischer Analyse sei nach mehr als 20 Jahren Frauenzentrum festzustellen, dass in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf mehr Flexibilisierung erreicht worden sei, es gebe aber noch viel zu tun mit Blick auf gemeinsame gesellschaftspolitische Aufgaben, dazu gehöre auch die Beteiligung an politischer Verantwortung.

Rita Zurmahr-Tabellion stellte das ehrenamtliche Engagement von Frauen heraus, das Respekt und Anerkennung verdiene. Ihr Fazit lautete: Das Leben vor Ort wäre viel ärmer ohne die Ehrenamtlichen. Sie seien es, die diese Gesellschaft zusammenhalten würden. Die Politik, der Staat müsse viel mehr leisten als bisher, könne aber nicht alles leisten.

Marcel Ballas als Leiter des Seniorenzentrums hatte zu Beginn berichtet, dass in Lambertus etwa 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich um Ältergewordene kümmern würden. Er stellte fest: „Wo viele Frauen sind, ist immer Bewegung.“

Gezeigt wurde bei diesem Treffen ein Video über die „Classen-Sisters“, zwei Geschwister aus Hilfarth, die nach Aussage der Vorsitzenden pure Lebensfreude ausstrahlen würden mit ihrem Gesang und Tanz. Sie seien zwei der vielen Talente in dieser Region, so die Vorsitzende. Barbara Luxem gestaltete einen musikalischen Programmpunkt gekonnt mit der Querflöte. Auch die „Holten-Brüder“ Klaus und Arndt steuerten einen gelungenen Vortrag bei.

Jutta Schwinkendorf stellte die Fraueninitiative vor, die einst den Kampf der Kumpel um die Hückelhovener Zeche Sophia-Jacoba unterstützt und im Zusammenwirken mit dem Betriebsrat viel bewegt und viel erreicht hatte. Da sei letztlich auch die Basis für politisches Engagement von Frauen gelegt worden, hieß es.

Erklärte Aufgabe des Vereins Frauenzentrum ist es, Frauen Beratung und Hilfe anzubieten, insbesondere aber auch allen Anliegen von Frauen Raum und Ohr zu leihen, sie zu unterstützen und zu thematisieren. Genau dies wurde auch an diesem Abend mit Blick auf die ehrenamtlich engagierten Frauen erfolgreich so praktiziert: Sie konnten ihre Ansichten, Vorstellungen und Wünsche rund um ihr Engagement deutlich machen, aber den Abend auch zur Vernetzung untereinander nutzen.

(koe)