Kreis Heinsberg: Frauenförderplan: „Noch eine Menge zu tun”

Kreis Heinsberg : Frauenförderplan: „Noch eine Menge zu tun”

Einstimmig verabschiedete der Kreistag in seiner jüngsten Sitzung den dritten Frauenförderplan des Kreises Heinsberg.

Die Grünen enthielten sich allerdings der Stimme - und Maria Meurer, die Fraktionsvorsitzende, erklärte in einem Redebeitrag, warum: „Der Frauenförderplan zeigt aus unserer Sicht zweierlei: Erstens: Das Landesgleichstellungsgesetz, damals mit viel Gegenwind und auch Spott von der rot-grünen Landesregierung durchgesetzt, ist ein vernünftiges und notwendiges Gesetz, das allerdings nur ganz langsam Fortschritte bringt. Zweitens: Hier im Kreis Heinsberg beziehungsweise in der Kreisverwaltung gibt es noch eine Menge zu tun.”

Die Zahlen würden eine deutliche Sprache sprechen: mit sehr vielen Frauen in Teilzeit und in den unteren Berufsgruppen; Führungsaufgaben seien größtenteils noch rein in Männerhand.

„Deshalb würden wir es sehr begrüßen, wenn aus der reinen Analyse des Ist-Zustandes und der übervorsichtigen Formulierung von realistisch zu erreichenden Zielen mehr Mut zu wirksamen Maßnahmen sichtbar würde und optimistischere Zielvorgaben festgeschrieben würden”, so Meurer weiter.

Eine der angesprochenen Maßnahmen könnte nach Meurers Einschätzung der Vorstoß von Landrat Stephan Pusch sein, eine Kinderbetreuung im Kreishaus zu organisieren. Die Grüne sagte: „Dabei nur auf den guten Willen zu setzen, ist nach unserer Erfahrung zu wenig. Solche Ziele müssen formuliert und festgesetzt werden, der Frauenförderplan wäre dazu der geeignete Rahmen.”

Die Grünen könnten sich auch vorstellen, dass man sich offensiver der Aufgabe stelle, die Besetzung von Gremien wirklich paritätisch hinzubekommen. Andere Kreise und Kommunen hätten sich dies als Ziel, auf das man in Verhandlungen verweisen könne, in ihre Frauenförderpläne hineingeschrieben.

Den vorliegenden Frauenförderplan des Kreises Heinsberg betrachten die Grünen deshalb „nur als Ansammlung von Zahlen, mit der die gesetzliche Pflicht zwar erfüllt wird, mit der aber - in einem absehbaren Zeitraum - keine wesentlichen Veränderungen erreicht werden”.