Kreis Düren: Franz Müntefering animiert zur Zusammenarbeit

Kreis Düren : Franz Müntefering animiert zur Zusammenarbeit

„Wir können was bewegen“ — so lautete das Motto, unter dem die Interessengemeinschaft Seniorenarbeit im Raum Düren-Jülich (ISaR) am Dienstag ihr 15-jähriges Bestehen feierte. Bei einer Plenum-Veranstaltung im Kreishaus in Düren trafen sich Mitglieder und andere Interessierte um auf das Geleistete zurückzublicken.

Als besonderer Gast hielt Franz Müntefering, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) und ehemaliger Vizekanzler, einen einstündigen Vortrag.

 Als Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen war Franz Müntefering bei den engagierten Senioren des Kreises Düren zu Gast. Er betonte, wie wichtig es im Alltag sei, zu helfen und sich helfen zu lassen.
Als Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen war Franz Müntefering bei den engagierten Senioren des Kreises Düren zu Gast. Er betonte, wie wichtig es im Alltag sei, zu helfen und sich helfen zu lassen. Foto: Kim Statzner

Im Sommer 2002 entstand ISaR aus dem ökumenischen Projekt „Teilhabe im Alter“. Aus den damals nur 35 Gründungsmitgliedern sind inzwischen rund 300 Einrichtungen und 1700 Personen geworden, die gemeinsam die Interessen älterer Menschen vertreten. Dabei befassen sich die Mitglieder unter anderem in festen Themengruppen mit Problemen wie Altersarmut, Demenz und Wohnen im Alter, aber auch mit Diensten und Einrichtungen, generationenübergreifenden Projekten, Kultur und Begegnung.

Zum 15. Geburtstag der ISaR wurde auch das Rahmenprogramm von verschiedenen Seniorengruppen gestaltet. Das Dürener Salon-Swingtett eröffnete die Veranstaltung, gefolgt von der Folkloretanzgruppe des Dürener Vereins „Senioren aktiv“. Nach der offiziellen Begrüßung durch Landrat Wolfgang Spelthahn, führte Elke Ricken-Melchert, Leiterin des Amtes für Demografie, Kinder, Jugend, Familie und Senioren des Kreises Düren, durch die Veranstaltung.

Ein Film führte die Gäste beispielhaft durch die Projekte aus 15 Jahren ISaR und fasste das Erreichte anschaulich zusammen. Dass aber noch viel zu tun sei, machte dann Franz Müntefering in seinem Vortrag deutlich. Mit viel Humor sprach der 78-Jährige sowohl über die Themen, die aktuell auf Bundesebene diskutiert werden, als auch über ganz praktische Dinge, die rund um das Altern auf der lokalen Ebene von Bedeutung sind.

„Probleme lösen sich nicht, indem man den Mund hält“, sagt Müntefering direkt zu Beginn. „Die Gesellschaft wird älter, das muss aber nicht auf Kosten der jüngeren Generation gehen. Wir müssen generationenübergreifend und gemeinsam agieren, denn wir sind aufeinander angewiesen.“ Der BAGSO-Vorsitzende betonte, was auch die Senioren im Saal gemeinsam haben: Den Willen etwas zu bewegen. Wandel sei permanent und wichtig sei der Wille konstant mitzuwirken und zu gestalten.

Laufen, Lernen, Lachen

Müntefering sprach Themen an, die sich auf Bundesebene und auch im aktuellen Vertragsvorschlag für eine potenzielle große Koalition wiederfinden. Dazu gehörten auch Pflege, ärztliche Versorgung, Mobilität, Verbraucherschutz und Demenz. Gleichzeitig sprach er sich auch für Solidarität im Alltag aus. „Helfen und sich helfen lassen, das ist die Basis für ein gutes Miteinander“, sagte er. „Da darf man auch nicht zu stolz sein, diese Hilfe anzunehmen.“

Zum Abschluss seines Vortrages gab er außerdem noch Tipps gegen die Einsamkeit im Alter. Die „drei Ls“, Laufen, Lernen und Lachen, seien wichtig. Vor allem warnte er vor dem Verlust sozialer Kontakte und riet den Gästen auch die schönen Seiten des Älterwerdens bewusst wahrzunehmen. Zum nächsten großen ISaR-Jubiläum in zehn Jahren würde Müntefering gern wiederkommen, sagte er mit einem Lächeln — falls er das dann mit 88 Jahren noch schaffe.

(km)