Erkelenz: Frankreich per „France Mobil” zu Gast

Erkelenz : Frankreich per „France Mobil” zu Gast

Das Nachbarland Frankreich, seine Sprache und Kultur, stehen im Mittelpunkt einer deutschlandweiten Aktion, die nun auch in der Erkelenzer Realschule angekommen ist.

Das „France Mobil”, das seit August 2002 für zwei Jahre durch Deutschland tourt, bietet die Möglichkeit, die französische Kultur und ihre Sprache einmal ganz anders zu erleben.

Beim „France Mobil” handelt es sich um eines von neun in allen Bundesländern eingesetzten Fahrzeugen, das interessierte Schulen anfährt und den Schülern französische Materialien, wie Spiele, Videos, CDs, Bücher, Broschüren, Comics und vieles mehr anbietet sowie Rätsel-Wettbewerbe mit Preisen veranstaltet.

In Nordrhein-Westfalen, und damit auch in Erkelenz, sitzt David Ratajski, einer von neun Franzosen, die von der Robert-Bosch-Stiftung ein Stipendium zur Nachwuchsförderung erhielten, am Steuer des „France Mobil”.

Er erhielt eine besondere didaktische Ausbildung zum „France-Mobil-Referenten”. Dafür lernte er etwa mit authentischen französischen Gesellschaftsspielen den Wortschatz, die kommunikativen Fähigkeiten, bestimmte Satzstrukturen oder etwa mit Hilfe von Plakaten Rollenspiele zu üben.

Von seinen Erfahrungen profitierten in der Erkelenzer Realschule einen Schultag lang drei Klassen der Jahrgangsstufe sieben und eine Klasse der Jahrgangsstufe neun. „Wir haben uns bewusst schwerpunktmäßig für die Siebtklässler entschieden, da diese sich bald entscheiden müssen, ob sie Französisch als Fremdsprache weiter belegen möchten, oder nicht”, verriet der Schulleiter der Realschule, Willi Schmitz, der mit diesem Projekt der Pisa-Studie entgegenwirken möchte.

Die hatte nämlich ergeben, dass die Fremdsprachenkenntnisse der Deutschen sehr schlecht seien. „France Mobil” ist eine Initiative der französischen Botschaft und der Robert-Bosch-Stiftung, die sich zur Förderung der deutsch-französischen Freundschaft verpflichtet hat. Diese Aktion ist nicht neu, eine ähnliche fand bereits in Frankreich statt.

Dort erzielten die „Deutsch Mobile” große Erfolge: Diese im Jahr 2000 von der Vereinigung der deutsch-französischen Häuser und der Robert-Bosch-Stiftung und zahlreichen Sponsoren gestartete Aktion hatte die sich über Jahre ständig verschlechternde Resonanz des Faches Deutsch unter französischen Schülern verbessert.

Während in Frankreichs Schulen insgesamt die Wahl von Deutsch als erster oder zweiter Fremdsprache um vier Prozent zurückging, stieg in den von den „Deutsch Mobilen” besuchten Klassen die Zahl der Schüler, welche Deutsch als Fremdsprache wählten, um 25 Prozent an. Es werde gehofft in Deutschland ähnliche Ergebnisse erzielen zu können, hieß es.

Nach dem Eifer zu urteilen und dem Spaß, mit dem die Schüler an der Aktion „France Mobil” teilnahmen, sollte es klappen, hoffte Schmitz restlos begeistert von dem interessanten Tag. „Wir haben von David Ratajski viele nützliche und sehr sinnvolle Tipps bekommen, wie wir den Unterricht künftig interessanter und effizienter gestalten können”, schwärmt Schmitz.

Die Aktion „France Mobil”, die nur Dank der Hilfe vieler Sponsoren klappt, wird in Nordrhein-Westfalen so gut angenommen, dass David Ratajski noch locker drei Jahre von Schule zu Schule touren könnte.