Hückelhoven: Förderturm doch bald ein Industriedenkmal?

Hückelhoven : Förderturm doch bald ein Industriedenkmal?

Es gibt wohl drei Gründe für die gute Nachricht. Erstens: Ehrenamtliches Engagement wird gewürdigt. Zweitens: das vehemente Eintreten der Stadt zeigt Wirkung. Drittens: neue Besen kehren gut.

Egal wie das Zusammenwirken dieser drei Elemente auch gewesen sein mag - die gute Nachricht ist die: Die Stiftung Denkmalpflege nimmt die Verhandlungen über das Industriedenkmal „Förderturm Schacht 3” auf dem Sophia-Jacoba-Gelände in Hückelhoven wieder auf.

„Ich bin jedem dankbar, der in irgendeiner Form mitgeholfen und seinen Einfluss geltend gemacht hat, dass es zu dieser Entscheidung gekommen ist”, sagt Franz-Josef Sonnen, Vorsitzender des Fördervereins Schacht 3 und treibende Kraft hinter allen Bemühungen um die Erhaltung der Bergmannstradition in Hückelhoven.

Die Entscheidung, grünes Licht für die Wiederaufnahme der Verhandlungen über das Industriedenkmal „Sophia-Jacoba Schacht 3 in Hückelhoven” traf das Kuratorium der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur in seiner Sitzung am 19. Juni. Mit der Entscheidung, die Gespräche über eine Zustiftung wieder aufzunehmen, so Ursula Mehrfelder, Geschäftsführerin der Stiftung in einer Presseerklärung, komme „Bewegung in die Sache”. Dies sei ein besonderes Verdienst des neuen NRW-Bauministers Lutz Lienenkämper, der seit der Sitzung des Kuratoriums am vergangenen Freitag auch neuer Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur ist.

Vor rund einem Jahr noch hatte das Kuratorium beschlossen, die Aufnahme des Förderturms von Schacht 3 in Hückelhoven in die Liste der Denkmäler der Stiftung nicht weiter zu verfolgen. Als Grund wurden zum einen „wirtschaftliche Erwägungen der Stiftung im Hinblick auf die Erhaltungszuwendungen” und zum anderen die Tatsache, dass „das Zustiftungsverfahren seit Jahren stagniert, da der damalige Eigentümer, der Eschweiler Bergwerks Verein (EBV), sein Zustiftungsangebot nicht konkretisierte”, angeführt.

Die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur ist eine selbstständige Stiftung des privaten Rechts, die denkmalgeschützte Industrieanlagen in ihr Eigentum übernimmt, wenn gleichzeitig ein „angemessener Geldbetrag in das Stiftungsvermögen zugestiftet” wird. Derzeit befinden sich insgesamt Denkmale an 13 Standorten in NRW in der Obhut der Stiftung.

„Wir sind alle sehr froh, dass sich die Dinge so positiv gewendet haben”, kommentiert Sonnnen. Jetzt muss man abwarten, ob die Anstrengungen von Stadt und Verein erfolgreich sein werden.