Dalheim: Fleckchen Erde gibt Grund für Streit

Dalheim : Fleckchen Erde gibt Grund für Streit

„Dass die Kirche an dieser Stelle erbaut wurde, ist eine städtebauliche Panne”, meint der evangelische Pfarrer Thomas Bergfeld.

Wegen einer Änderung der Ortspläne in den 50er Jahren kann man in Dalheim sicherlich nicht von der Kirche als Ortsmittelpunkt reden.

„Genau diesen Fehler wollen wir durch ein Pfarrhaus mit Dienstwohnung, Seminarraum, Büro und eventuell einem Jugendkeller wieder ausgleichen.”

Nichts einfacher als das, dachten sich die Zuständigen. Schnell überlegt, wie die Kirche finanziell flüssig werden kann, und eine Antwort gefunden: Die Lösung liegt direkt vor der Haustüre.

Nämlich das unbebaute 3000 Quadratmeter Grundstück Wildenrather Straße/Sankt Rochusweiler, das im Besitz der Kirche ist. Doch um dieses Fleckchen Erde zu veräußern, benötigt die Pfarre grünes Licht von der Stadt.

Und dort steht die symbolische Ampel auf Dauerrot. Der Ausschuss für Städtebau, Umwelt und Verkehr sprach sich zwar für die Errichtung eines Pfarrheimes aus, jedoch gegen den Verkauf des Grundstückes.

Wäre alles kein Problem, aber: kein Verkauf - kein Geld, kein Geld - kein Pfarrhaus. „Allein aus Kirchensteuern können wir das nicht finanzieren”, beteuert Superintendent Klaus Eberl, der die Kosten des Baus auf etwa 350 000 Euro einschätzt.

Die Stadt wendet jedoch ein, dass es sich dabei um ein ökologisch wertvolles, kirchliches Gebiet handele. Zudem könnte dieser Fall Präzedenzwirkung auf andere Grundstücke haben.

„Jetzt schlagen wir vor, das Grundstück für kirchennahe oder soziale Zwecke zu nutzen”, so Dr. Titus Reinmuth, Vorsitzender des Presbyteriums.

Und wenn auch dieses Vorhaben am Dienstag in der Wegberger Ratssitzung nicht durchkommt, haben die Drei noch ein weiteres Ass im Ärmel, wie Klaus Eberl ankündigt: „Wenn alles abgeblockt wird, werde ich in meiner Funktion als Superintendent intervenieren.”