Heinsberg-Randerath: Flammen raffen Reste des Klosters dahin

Heinsberg-Randerath : Flammen raffen Reste des Klosters dahin

Ein Großbrand legte am Dienstagmorgen die letzten Reste des unter Denkmalschutz stehenden alten Franziskaner-Klosters in Randerath in Schutt und Asche.

Die drei Bewohner der im Zweiten Weltkrieg nicht zerstörten Gebäudeteile des Klosters von 1633 verloren durch das Feuer ihr gesamte Habe. Drei Feuerwehrmänner erlitten bei den Löscharbeiten Verletzungen.

Bereits kurz nach 19 Uhr hatte am Montagabend ein Feueralarm die Löschgruppen Uetterath, Horst und Dremmen sowie den Löschzug Heinsberg-Mitte zu dem Gebäude in der Durchgangsstraße von Randerath „Am Sandberg” gerufen. Im Erdgeschoss war es zum Wohnzimmerbrand gekommen.

Unter Atemschutz gingen fünf Trupps mit zwei C-Rohren im Innenangriff gegen das Feuer vor. Die Flammen konnten schnell gelöscht werden, doch aufgrund immer wieder aufflammender Brandnester gestaltete sich der Einsatz relativ schwierig.

Beim Abendessen

Wegen des Brandschadens und der starken Verqualmung war ein Rückkehr der drei Bewohner - ein älteres Ehepaar und ihr Sohn, die von dem Feuer während des gemeinsamen Abendessens überrascht wurden - in die Räume nicht möglich. Die Familie fanden bei Verwandten Unterkunft.

In der Nacht zu Dienstag, kurz nach 3 Uhr, wurden die Menschen in den umliegenden Ortschaften dann durch Sirenen aus dem Schlaf gerissen. Für die Feuerwehrkräfte war erneut das Gebäude vom Vorabend Ziel des Einsatzes. Bei Eintreffen der Löschgruppe Uetterath standen das Obergeschoss und der Dachstuhl komplett in Flammen.

Vermutlich war ein verstecktes Glutnest in einer der Holzdecken aufgeflammt. Die Flammen zündeten durch und griffen dann auf die alte Holzkonstruktion des Dachstuhls über. Neben den selben Löschgruppen vom Vorabend wurden zusätzlich Aphoven, Oberbruch und Porselen alarmiert.

Zahlreiche Atemschutztrupps nahmen die Brandbekämpfung vor und setzten drei C-, zwei D-Rohre sowie ein Wenderohr über die Drehleiter ein.

Unmittelbar am Haus befand sich eine Stromleitung, die frühzeitig vom Versorgungsträger abgeschaltet wurde. Der Bauhof der Stadt Heinsberg sowie die Landesstraßenmeisterei „belieferten” die Einsatzkräfte mit Streusalz, denn wegen der Minustemperaturen hatte sich auf der Straße Glatteis gebildet.

Immer wieder schlugen meterhohe Flammen aus allen Öffnungen des Hauses. Während der Löscharbeiten stürzte ein Großteil des Daches ein. Die Ergebnisse von Schadstoffmessungen der ebenfalls angeforderten Messeinheit Hückelhoven lagen unter den Grenzwerten, so dass keine Gefahr für die Bevölkerung bestand.

Die drei bei den Löscharbeiten an Händen und Füßen verletzten Wehrleute wurden im Rettungswagen behandelt. Der Einsatz dauerte über sieben Stunden, erst kurz vor 10 Uhr konnte am Morgen die bis dahin gesperrte Durchgangsstraße (L228) wieder für den Verkehr frei gegeben werden. Eine Brandwache blieb noch eine Zeit am Einsatzort.

Die bisherigen Ermittlungen der Polizei haben keine Hinweise auf Brandstiftung ergeben. Die Beamten vermuten eine technische Ursache.