Heinsberg: Filteranlage für zwei Millionen Euro installiert

Heinsberg : Filteranlage für zwei Millionen Euro installiert

Ob schlechter Konjunktur und schwacher Umsatzzahlen herrscht in vielen Unternehmen derzeit „dicke Luft”. Nicht so bei der sera GmbH im Gewerbe- und Industriegebiet Heinsberg.

Im Gegenteil - der erfolgreiche Fischfutter-Produzent mit Niederlassungen in Frankreich, Italien, Tschechien, Japan und China leistet seit gestern auf freiwilliger Basis sogar einen Beitrag dazu, dass die Luft sauberer wird.

Die neue Abluftreinigungsanlage im Wert von zwei Millionen Euro, die in Anwesenheit von Bürgermeister Josef Offergeld und zahlreichen Gästen installiert wurde, werde zukünftig die bei der Herstellung von Zierfischfutter entstehenden Abgase und Gerüche zu beinahe 100 reinigen.

„Für die einen ist Umweltschutz eine lästige Pflichtveranstaltung und die bloße Erfüllung von Gesetzesauflagen”, so Firmenchef Josef Ravnak, für andere hingegen sei es Herausforderung, ihre wirtschaftlichen Aktivitäten im Sinne einer gesunden Umwelt für die Zukunft anzupassen. Sein Unternehmen zähle sicherlich zu Letzteren.

Durch die neue Filteranlage werde endlich auch die häufig mit angrenzenden Betrieben im Gewerbegebiet diskutierte Frage, „ob der Fisch stinkt oder riecht”, ad acta gelegt.

Sicherlich, meinte Ravnak verschmitzt, habe man hier auch nach Asterix- und-Obelix-Manier in einer wilden Prügelei zu einem Ergebnis kommen können, doch die jetzige Lösung scheine ihm die geeignetere zu sein.

Wie ein Mitarbeiter des Anlagenbauers bei der Einweihung der Filteranlage erläuterte, reinigt das vollautomatische und mit Messsonden ausgestattete Konstrukt namens „Airmaxx” in zwei Stufen.

Im ersten Reinigungsschritt werden die unter der Hitzeeinwirkung bei der Fertigung freiwerdenden Kondensprodukte gesammelt und in einem Gaswäscher chemisch durch eine Waschflüsssigkeit absorbiert.

Der sich anschließende Aerosolabscheider befreit durch hochwirksame Feinkoksschichten das aus dem Gaswäscher austretende Reingas von allen Geruchsemissionen und Feuchtigkeitsresten.

Die vollautomatische Steuerung ermöglicht einen kontinuierlichen Betrieb und benötigt nur geringste Volumen biologisch komplett abbaubaren Spülwassers.

„Die Entwicklung des Unternehmens hat insgesamt und ganz besonders an diesem Standort im Gewerbe- und Industriegebiet Heinsberg einen beispiellosen Verlauf genommen”, unterstrich Bürgermeister Offergeld.

Von 1980 bis heute könne er wohl insgesamt sieben Erweiterungsbauabschnitte verzeichnen. Die neue Filteranlage sei „eine sehr erfreuliche und zugleich besonders lobenswerte Investition”.

Mit mehr als 160 Mitarbeitern in Heinsberg und rund 300 insgesamt sei die Firma sera - natürlich auch durch die hohe Qualität ihrer Produkte - nicht nur Marktführer im Fachhandel in der europäischen Union, sondern nehme auch einen Spitzenplatz im Weltvertrieb ein.

Besonders freute Offergeld dabei, dass die Zukunft des Familienunternehmens offensichtlich in jeder Weise gesichert sei: die Töchter Michaela Ravnak-Bürschgens und Tatjana Samsa leiten schon heute die Bereiche Buchhaltung und Finanzen sowie Verkauf und Management.