Kreis Heinsberg: FH: Kreistag erteilt Verhandlungsauftrag

Kreis Heinsberg : FH: Kreistag erteilt Verhandlungsauftrag

Bei drei Enthaltungen aus Reihen der Grünen hat der Kreistag am Donnerstagabend Landrat Stephan Pusch und der Verwaltung einstimmig den Auftrag erteilt, in Verhandlungen mit dem Land einzutreten.

Es soll dabei darum gehen, die Option auf die Ansiedlung einer eigenen Fachhochschule im Kreis Heinsberg oder aber auf die Errichtung eines Standortes als Dependance einer bestehenden FH zu wahren.

Nach der Ankündigung der Landesregierung, vier neue Fachhochschulen und fünf neue FH-Zweigstellen einrichten zu wollen, hatten bereits verschiedene Städte im Kreisgebiet Interesse signalisiert.

Die Kreistagsfraktionen von FDP und SPD hatten Anträge gestellt, der Kreis solle sich bewerben. Norbert Reyans verwies für die CDU-Mehrheitsfraktion darauf, dass landesweit 150 oder mehr Bewerbungen zu erwarten seien, „dennoch wäre es falsch, die Hände in den Schoß zu legen”, zumal mehrere Städte im Kreis ihr Interesse bekundet hätten.

Der Landrat solle die Interessen bündeln und die Bemühungen koordinieren. Der Tenor von Landrat und allen Fraktionen lautete: Nur wenn von allen an einem Strang gezogen werde, habe der Kreis überhaupt eine Chance. Die detaillierte Standortfrage sei momentan zweitrangig.

Der Grüne Ulrich Horst sprach von einer unseriösen Ausschreibung der Landesregierung, angesichts der kurzen Bewerbungsfrist (bis 15.August), und von einem aussichtslosen Wettrennen. Es sollten besser vorhandene Standorte gestärkt werden.

Sinnvoll wäre es, wenn RWTH oder FH Aachen mit einer Institution in den Kreis kämen, um Technologietransfer zu ermöglichen. Der Grüne Henning Herzberg plädierte hingegen dafür, auch die leiseste Chance zu nutzen. „Wer nichts fordert, kann auch nichts bekommen”, so Heinz Hensen (SPD).

Der Landrat berichtete von ersten Gesprächen mit benachbarten Fachhochschulen über Kooperationsmöglichkeiten. Die Kürze der Zeit mache eine Bewerbung - insbesondere um einen eigenen Standort - schwierig. Es müsse darum gehen, möglichst viel Fachhochschule in den Kreis zu holen, gegebenenfalls eben über eine Dependance.

So soll nun im Einvernehmen mit Kommunen, heimischer Wirtschaft und Wirtschaftsförderungsgesellschaft mit dem Land verhandelt werden.