Kreis Heinsberg: Feuerwehr absolviert Lehrgang zur Technischen Hilfeleistung

Kreis Heinsberg : Feuerwehr absolviert Lehrgang zur Technischen Hilfeleistung

Aufgrund der hohen Gefahrenpotenziale hat der Kreis Heinsberg als Ausrichter beim jüngsten Lehrgang für Feuerwehrleute im Bereich der Technischen Hilfeleistung — wie auch schon in den Lehrgängen zuvor — höhere Anforderungen angelegt als die vom Land Nordrhein-Westfalen geforderten 35 Stunden.

Einerseits sorgt moderne Fahrzeugtechnik für verbesserten Schutz der Insassen, heißt es bei der Feuerwehr. Dadurch habe die Zahl der Verkehrstoten und lebensgefährlich Verletzten in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gesenkt werden können. Doch die modernen Sicherheitstechnologien würden aber andererseits auch teilweise die Arbeit der Rettungskräfte erschweren, wenn Insassen aus einem Fahrzeug befreit werden müssen.

16 Feuerwehrkräfte haben den Speziallehrgang „Technische Hilfeleistung“ mit Erfolg absolviert — zur Freude von Lehrgangsleiter Günter Paulzen (l,) und Kreisbrandmeister Klaus Bodden (3.v.r.). Foto: KFV Heinsberg / O.Thelen

Die Einsatzkräfte wurden bei diesem Lahrgang in 52 Stunden — auch an drei Samstagen — auf dem Gelände des Bauhofs der Gemeinde Gangelt theoretisch und praktisch weitergebildet. Der Lehrgangsleiter und stellvertretende Kreisbrandmeister, Günter Paulzen, konnte 16 Teilnehmer aus dem gesamten Kreisgebiet begrüßen. „Ziel des Lehrgangs soll sein, auf Kreisebene eine nahezu einheitliche Vorgehensweise anzuwenden“, so Paulzen.

Mit Blick auf die Rettung von Personen nach einem Verkehrsunfall wurden die besonderen Anforderungen, denen sich Einsatzkräfte von Feuerwehr wie von Rettungsdienst stellen müssen, sowie die notwendigen speziellen Kenntnisse von Geräten und Einsatztaktiken bei diesem Lehrgang vermittelt. Lehrgangsinhalte waren die rechtlichen und physikalischen Grundlagen, das Bewegen und Heben von Lasten sowie das Sichern bei Hoch- und Tiefbauunfällen. Einer der wichtigsten Schwerpunkte lag auf der für das Unfallopfer möglichst schonenden Rettung aus Kraftfahrzeugen.

Am Ende des Lehrgangs stand für die 16 Teilnehmer, die sich mit viel Engagement und Teamgeist in ihrer Freizeit für die Freiwilligen Feuerwehr einsetzen, die Abschlussprüfung an. Diese wurde von Kreisbrandmeister Klaus Bodden abgenommen.

Komplexes Übungsszenario

Da bot sich ein komplexes Übungsszenario: Demnach hatte ein Lastkraftwagenfahrer einen Fahrradfahrer übersehen, wodurch der Radfahrer samt Fahrrad unter dem Lkw eingeklemmt wurde. Da galt es nun, mit besonderer Sorgfalt den Laster anzuheben, um den eingeklemmten Radfahrer so schonend wie möglich zu befreien. In einem weiteren Übungsszenario musste der Fahrer eines auf der Seite liegenden brennenden Fahrzeuges gerettet werden.

Dabei musste eine möglichst große Rettungsöffnung geschaffen werden, um so eine Sofortrettung der Person vornehmen zu können. Alle Teilnehmer haben den Lehrgang mit Erfolg absolviert. „Nun kann das Erlernte in den Löscheinheiten umgesetzt und eingesetzt werden, um freiwillig jederzeit der Bevölkerung rund um die Uhr das ganze Jahr über in Notlagen zur Seite zu stehen“, erklärte der Kreisfeuerwehrverband.

Sie haben den Lehrgang erfolgreich abgeschlossen: Patrick Hermes, Luca Otten, Michael Reichenberger, Chris Ditter (alle Freiwillige Feuerwehr Gangelt), Marius Gerads, Maurice Gottschalk, André Stocks (alle Freiwillige Feuerwehr Geilenkirchen), Nicole Papen, Matthäus Kempa (Freiwillige Feuerwehr Hückelhoven), Tobias Hölscher (Freiwillige Feuerwehr Übach-Palenberg), Markus Jansen, Hendrik Gerighausen, Kilian Geiser (Freiwillige Feuerwehr Wassenberg), Jörg Sander, Thomas Schmitz, René Jacobs (Freiwillige Feuerwehr Wegberg).

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