Kreis Heinsberg: Festakt zum 90-jährigen Bestehen der Vereinigung der Caritasschwestern

Kreis Heinsberg : Festakt zum 90-jährigen Bestehen der Vereinigung der Caritasschwestern

Im Oktober 2015 ist mit Schwester Rita die letzte Ordensschwester und Generaloberin der Vereinigung der Caritasschwestern vom heiligen Josef Selfkant gestorben. Seitdem hat der Vorstand der Vereinigung nur noch weltliche Mitglieder.

Am Tag des 90-jährigen Bestehens, der mit einem kleinen Festakt im Haus Biesen in Selfkant-Höngen gefeiert wurde, überraschte Volker Kratz, Geschäftsführer der von der Vereinigung getragenen Alten- und Pflegeheime St. Josef gGmbH, den Vorstand mit einer neuen Nonne, die künftig ihre Heimat im Haus Biesen haben wird. Aus Pappelholz hat der Künstler Stephan Guber aus Nidda anhand von Fotos der Nonnen von St. Josef, die ihm zur Verfügung gestellt worden waren, eine Nonne geschnitzt. Sie soll im Foyer von Haus Biesen an die ­Ordensschwestern erinnern.

Nicht „Ora et Labora!“, sondern umgekehrt „Labora et Ora!“ sei das Lebensmotto der Caritasschwestern vom heiligen Josef gewesen, sagte Vorstandsvorsitzender Thomas Verheyen. „Das Gebet war selbstverständlich, aber die Arbeit ging stets vor“, betonte er und würdigte damit das Werk der Nonnen, deren Orden 1928 durch das erzbischöfliche Generavikariat in Köln gegründet und approbiert worden war. Elend und Mangel hätten das Leben der ersten fünf Schwestern bestimmt. „Argwöhnisch beobachtet und bald hoch willkommen“ hätten sie sich der Alten, Versehrten, Kranken, Hilfsbedürftigen und vor allem der Kinder angenommen.

Heute sei die Vereinigung etwas Besonderes, weil sie wohl die einzige eigenständige Einrichtung unter kirchlicher Aufsicht sei, die aus einem katholischen Frauenorden gewachsen sei und zuletzt nur von Männern erhalten worden sei, erklärte Verheyen. Und dabei habe sie sich ihre Unabhängigkeit von jeglicher äußeren Einflussnahme bewahrt. „Der Geist der Ordensschwestern, ihre Bereitschaft zur Aufopferung, ihre Hinwendung zur Caritas, zur wertschätzenden und helfenden Liebe als Grundauftrag für alles Handeln und den Umgang mit den uns anvertrauten Menschen ist stets zu erkennen.“ Bei allen wirtschaftlichen Zwängen scheine die Erfüllung dieses Auftrages immer durch — „im Kleinen wie im Großen!“ Sein besonderer Dank ging dabei an Volker Kratz und sein Leitungsteam von St. Josef.

Zum Schluss seiner Rede stellte Verheyen drei neue Vorstandsmitglieder der Vereinigung vor: Nicole Schmitz-Schulz, Andrea Reh und Christoph Kaminski.

„Viele Hände haben dazu beigetragen, dass wir heute hier stehen, und lassen Sie uns bitte die Nonnen niemals vergessen, denn sie waren und sind das Samenkorn aller geschaffenen Dinge“, sagte Kratz, bevor er die Skulptur der Nonne enthüllte. Und er stellte weitere Neuerungen anlässlich des 90-jährigen Bestehens der Vereinigung vor: eine große Fotowand mit einem Bild aus der Anfangszeit des Wirkens der Nonnen und eine neue gestaltete Erinnerungswand aus Fotos im Seitenfoyer. „Wir alle bei St. Josef haben die Aufgabe, das Erbe gemeinsam mit Ihnen, dem Vorstand weiterzuführen“, erklärte er und dankte seinem Team aus rund 290 Mitarbeitern. „Wir sind nicht nur St. Josef, wir leben St. Josef“, betonte er.

(anna)