Heinsberg: Fenster, aus denen Gott spricht

Heinsberg : Fenster, aus denen Gott spricht

Es war ein Festtag für die Gemeinde, und fröhliche Trompetenklänge des Hilfarther Posaunenchores begleiteten den Festgottesdienst in der evangelischen Christuskirche Heinsberg, den Pfarrer Joachim Lyhs nutzte, um das Ergebnis der nun zum Abschluss gebrachten Maßnahme zur Erneuerung der Kirchenfenster vorzustellen.

Besonders herzlich willkommen hieß er die für die Gestaltung der Fenstermotive zuständige Künstlerin Monika Rütten aus Jülich, deren Werk unter den Gästen allseitige Anerkennung fand.

Der besondere Gruß und Dank des Pfarrers galt auch Bürgermeister Josef Offergeld, dem ehemaligen Bürgermeister Otto Knoll und MdB Leo Dautzenberg, den Vertretern der katholischen Pfarrgemeinden Heinsberg und Unterbruch, der Glasmalerei Oidtmann und der ausführenden Firmen Schröder und Wambach, Direktor Horst Wiegand von der Kreissparkasse sowie allen, die mit Spenden die Summe von 95 000 Mark aufbrachten und damit zum Gelingen des Werkes beitrugen.

Mit großer Freude unterstrich Pfarrer Lyhs die Verdienste des ebenfalls anwesenden und seit 25 Jahren im Ruhestand lebenden Pfarrers Artur Fuchs, dem „Erbauer” der Christuskirche, deren 50-jähriges Jubiläum die Gemeinde in diesem Jahr feiern kann.

Die Predigt von Pfarrer Lyhs war geprägt von der Sorge um den Erhalt des Friedens. „Die Chemie muss stimmen”, das sei ein häufig zitiertes Schlagwort beim Umgang der Menschen miteinander. Sie müsse auch stimmen, wenn es um Kunst gehe. Und sie habe immer gestimmt zwischen dem Arbeitskreis Kirchenfenster, dem Presbyterium und der Künstlerin.

Die Chemie müsse auch stimmen, wenn es um das Wohl von Menschen gehe. „Muss es den Entscheidungsträgern nicht grauen vor der Verantwortung, die wir Bürger ihnen auferlegen und die sie vor Gott ausüben müssen. Darum brauchen unsere Politiker das Gebet ihrer Gemeinden und aller Christen.” Geboten sei ein heißes Flehen und Bitten nach einem Ausweg, nach einer Chance, ohne das Böse zu verharmlosen.

Wenn man heute mit den neuen Fenstern Bilder vorstelle, dann tue man es in dem Bewusstsein, dass der Mensch heute Bilder und Atmosphäre brauche, damit das Geheimnis der Menschwerdung Gottes in Christi uns näher rücke.

Beim anschießenden Empfang sagte Monika Rütten zu ihrem Werk: „Wenn sich die Gemeinde zufrieden zeigt, dann bin ich überglücklich”. Auf gegenseitige Zusammenarbeit sei man angewiesen, sagte die Pfarrreferentin Klüttermann von der Propsteigemeinde St. Gangolf: „Der Gott, der aus diesen Fenstern spricht, ist auch unser Gott.”

Für Pfarrer i.R. Artur Fuchs war es eine große Freude, noch einmal in seiner Kirche zu sein, von deren Kanzel er 25 Jahre das Wort Gottes verkündet habe. Er erinnerte an die schwere Zeit des Kirchenbaues. Er habe die Gemeinde sehr geliebt und sich mit den Menschen verbunden gefühlt.

Otto Knoll, einer der wenigen, die Pfarrer Lennartz und sein im Krieg zerstörtes Kirchlein an der Ecke Hochstraße/Apfelstraße noch gut in Erinnerung haben, wusste, dass die Kirche an ihrer Hofseite bereits zwei bunte Glasfenster gehabt habe mit den Darstellungen der Geschichte vom verlorenen Sohn und des barmherzigen Samariters.

Für das Presbyterium gratulierte Helga Schier Pfarrer Lyhs zum gelungenen Werk und wünschte, dass auch er nach 25 Jahren sagen könne: „Ich habe meine Gemeinde geliebt!”

Bei den neuen Kirchenfenster ist das Christusthema maßgebend: Die Geschichte Christi von der Wurzel bis zur Vollendung, wobei sich das Christusmotiv in Gestalt einer roten Rose jeweils wiederholt.

Das neue „Glockenfenster” an der Straßenseite ist gedacht als Einladung zu einem Leben mit Christus; dabei steht das dominierende Rot für Christus, das Gelb für den heiligen Geist und das dezente Blau für Gott Vater.

Die Darstellungen auf den übrigen sieben kleinen Fenstern sind Symbole der sieben „Ich-bin-Worte” Jesu von „Ich bin das Brot des Lebens” bis „Ich bin der Weinstock.”