Erkelenz: Farbenfrohne Bilder begeistern Bewohner des Johanniter-Stifts Erkelenz

Erkelenz : Farbenfrohne Bilder begeistern Bewohner des Johanniter-Stifts Erkelenz

„Waren hier verschiedene Maler am Werk?” Diese Frage stellt sich der Betrachter, wenn er die Bilder von Monika Wagner unter dem Titel „Inspirationen und neue Wege auf Seide und Papier” im Johanniter-Stift Erkelenz sieht.

Eine Einordnung fällt generell schwer. Denn zu verschieden sind die Arbeiten, die Monika Wagner, die 1959 in Gerderath geboren wurde und in Heinsberg lebt, malt. Ganz bewusst. Denn sie will sich das Spektrum sämtlicher technischen und motivischen Möglich-keiten offen halten.

Zum einen sind da Bilder, die den Betrachter in scheinbar unergründliche Strukturen führen. Erst auf den zweiten Blick erhält er eine Ahnung von dem aufwendigen Verfahren, von dem Monika Wagner selbst sagt, dass „es kein Hexenwerk, jedoch ein komplizierter Prozess ist”. Monika Wagner geht hin und bannt klare Linien und Formen mit Hilfe der Technik des Handbrush ohne Verwendung von Trennmitteln auf die Seide. Ganz wichtig dabei ist, dass das Tuch selbst nicht feucht werden darf, damit die Farben nicht ineinander laufen. So entstehen abstrakt-gegenständliche Bilder, die mal an eine Landschaft im geometrischen Gefüge erinnern oder Fesselballons zeigen.

Manches Mal geht sie noch einen Schritt weiter und überträgt Bildvorlagen mittels Nitrofrottage auf den Bildgrund. Dabei wird die Farbe der Vorlage mit Hilfe eines Lösungsmittels gelöst und übertragen. Das ursprüngliche Bild verliert so an Schärfe und wird zu einem diffusen Abbild, dessen Aussehen sich nie ganz vorhersagen lässt.

So wie bei der schlafenden Frau als Hintergrund eines farbenfrohen Ornaments. Oder wie bei dem aufgefächerten Gesicht eines Tigers und Mannes auf einem farbharmonisch verlaufenden Untergrund.

Ein anderes Mal geht Monika Wagner hin und manipuliert ihr Seidenbild, indem es ihr als Untergrund für eine Collage, die den Betrachter an eine Unterwasserlandschaft erinnert, dient.

„Was ich mache, geschieht einfach”, erklärt sie die Entstehung ihrer Bilder. Dieses Bauchgefühl ist es auch, weshalb Monika Wagner sich auf kein spezielles Thema oder eine Technik festlegen möchte. Und so finden sich unter den Bildern ihrer Ausstellung Aquarellbilder wie ein schlafender Tiger oder Schnelllandschaften sowie Kreidebilder wie eine Frau auf einen Stuhl vor einem Sonnenuntergang.

„Die Bilder stimmen aufgrund ihres Farbreichtums fröhlich”, fasste deshalb Melanie Gebhardt, Leiterin Sozialer Dienst, bei der Vernissage zusammen.

Die Bewohner seien bereits im Vorfeld zur Eröffnung begeistert gewesen, zumal Monika Wagner einen Überblick über ihre Arbeiten zeige.

„Man kann bei mir meine malerische Entwicklung verfolgen und die Schritte erkennen, wie sich meine Malweise verändert hat”, ermuntert Monika Wagner zum Betrachten ihrer Arbeiten.