Erkelenz: Farben als Ruhepole der Bilder

Erkelenz : Farben als Ruhepole der Bilder

Es war gar nicht so einfach, das Stimmengewirr von Bewohnern und Gästen zu durchbrechen, zumal die Programmpunkte beim Johannisfest jede Menge Gesprächsstoff boten.

Doch schließlich verschaffte sich Dorothea Esser Gehör im Restaurant des Johanniter-Stifts, um die Werke von Johannes Reul, der hier für drei Monate seine Arbeiten zeigt, näher zu erläutern. Zumal die großformatigen Leinwandbilder in erster Linie auf einer Auseinandersetzung des Künstlers mit dem Thema Farbe beruhen, die er in allen Spektren abbildet, wobei Blau, Rot, Gelb und selten Grün dominieren. Einige neuere Arbeiten zeigen sogar die „Unfarben Schwarz, Weiß und Grau” wie Esser herausstellte. Dennoch lässt sich ein Prinzip bei Johannes Reul ausmachen.

Viele seiner Bilder bewegen sich in einer Farbfamilie, erscheinen fast monochrom ohne jedoch eintönig zu wirken. Und immer wieder beherrschen große, meist quadratische, rechteckige oder monolithartige Körper als Farbräume seine Werke, wobei die Formen klar voneinander abgegrenzt werden. Sie erinnern zuweilen an Räume, Landschaften und Architekturen wie ein Gang mit Blick auf eine Tür.

Die Bilder leben dabei von Gegensätzen wie heil und dunkel, leuchtend und trüb sowie groß und klein. Dorothea Esser brachte die Namen von Mark Rothko und Barnett Newmann ins Spiel, um gleich darauf festzustellen, dass Johannes Reul auch das Thema Farbe zum Zentrum seiner Werke erhebt, die aber nicht wie bei Rothko und Newmann sinnfreie Kunstäußerungen sind.

„Seine Arbeiten sind deutbar ohne eindeutig zu sein”, sagte Dorothea Esser. Das formal bildnerische sei bei ihm „nur Mittel zum Zweck und hat dem Kolorit zu dienen”. Dennoch werde es bei ihm nicht vernichtet. Seine Bilder strahlen so eine meditative Ruhe aus und zeichnen sich durch eine Einfachheit und Klarheit der Bildsprache aus.