Kreis Heinsberg: Familienpatinnen helfen überlasteten Eltern

Kreis Heinsberg : Familienpatinnen helfen überlasteten Eltern

Die Arbeit als Patin sehe sie als wichtige und befriedigende sowie sinnvolle Tätigkeit an, denn man könne mit wenig viel geben: Mit dieser Ansicht steht Renata Kolodzey nicht alleine da.

Auch die anderen drei ehrenamtlichen Familienpatinnen, die am Austauschtreffen der Caritas-Jugendhilfe Heinsberg teilnehmen, empfinden ähnlich. Schließlich haben sie alle bereits genügend Erfahrungen in ganz unterschiedlichen Familien sammeln können.

Die drei „Neuen” beim Treffen, die als Familienpatinnen tätig sein wollen, aber erst noch an einer Schulung teilnehmen müssen, hören interessiert zu. Eines haben alle Familienpatinnen gemeinsam: Sie wollen eigene Erfahrungen weitergeben, überlasteten Eltern und Müttern helfen und dazu beitragen, dass Situationen von Zuspitzung durch Überforderung erst gar nicht auftreten.

Aus den Erzählungen der erfahrenen Familienpatinnen wird deutlich, dass keine Patenschaft so wie die andere ist. Dass die Patinnen oftmals mit unerwarteten Situationen und Fragen konfrontiert werden, weiß Stella Klein, Koordinatorin der Familienpatenschaften der Caritas-Jugendhilfe Heinsberg. Deshalb bietet sie einmal im Monat montags das Austauschtreffen an. „Denn mir ist das Wohlbefinden der Patin sehr wichtig. Außerdem erfahre ich hier, wie die Situation in der Familie ist und wie sich die Patenschaft insgesamt gestaltet.”

Die Patinnen könnten dagegen Positives und Negatives loswerden. Wenn sie spüre, dass die Familiensituation zu komplex sei, müsse sie gemeinsam mit der Familie andere Möglichkeiten für Hilfen überlegen, betont Stella Klein. Mittlerweile seien die Patinnen wie eine kleine Familie, die sich fachlich austauschen, aber auch gerne mal zusammen lachen würden.

Dies bestätigt auch Renata Kolodzey. Sie steht voll und ganz hinter der Arbeit als Patin. Vor allem empfindet sie es als Bereicherung zu sehen, dass die Familien soweit auf den Weg gebracht werden, dass sie alleine - auch bei Problemen - zurechtkommen. In ihrer Patenschaft habe die Mutter anfangs massive Probleme gehabt, erzählt sie. Durch ihre Hilfe habe sie diese nun im Griff. Auch sie habe in zwei Jahren vier Patenschaften zu einem guten Ende geführt, sagt Familienpatin Anette Frambach. Alle kämen alleine zurecht.

In diesem Zusammenhang weist Stella Klein darauf hin, dass grundlegende Voraussetzung für eine Patenschaft sei, dass nicht nur die Familien die freie Entscheidung hätten, eine Patenschaft anzunehmen, sondern auch die Patin selbst. „Die Patinnen haben die Wahlfreiheit, was sie sich zutrauen und was nicht. Zudem müssen Patin und Familie zusammenpassen.” Es habe sich gezeigt, dass dann oft der Kontakt über die Patenschaft hinausgehe.