Kreis Heinsberg: Familienatlas: Grüne nicht verwundert

Kreis Heinsberg : Familienatlas: Grüne nicht verwundert

Im Familienatlas 2007 wurde der Kreis Heinsberg - wie ausführlich berichtet - als eine der „passiven Regionen” eingestuft.

Da das Zahlenmaterial aus Daten des Statistischen Bundes- und Landesamtes zusammengestellt worden sei und diese die Zahlen durch Umfragen bei den Kommunen beziehungsweise deren Meldungen beziehen würden, stuft die Grüne Kreistagsfraktion die Datenquellen als „seriös” ein. Sie seien „sehr ernst zu nehmen”.

Maria Meurer, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag, erklärte: „Uns wundert es überhaupt nicht, dass der Kreis Heinsberg bezüglich Familienfreundlichkeit sowie Kinder- und Jugendbetreuung schlecht abschneidet. Wir fordern seit vielen, vielen Jahren mehr Betreuungsplätze für Kinder sowie eine bessere Ausstattung der Jugendfreizeiteinrichtungen. Unsere Anträge im Jugendhilfeausschuss wurden allesamt abgelehnt.”

Die CDU-Mehrheitsfraktion im Kreistag habe jahrelang einen Bedarf für unter Dreijährige bestritten, so Meurer. Außerdem seien Kindergartenbedarfspläne verabschiedet worden, die zum Teil noch nicht einmal eine Versorgungsquote von 75 Prozent vorgesehen hätten. Auch als der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz eingeführt worden sei, wurde die Versorgungsquote nach Darstellung der Grünen nicht viel besser.

„Dass sich die Meinung der CDU geändert hat, begrüßen wir ausdrücklich. Die Umsetzung der guten Vorsätze lässt allerdings noch sehr zu wünschen übrig”, so Maria Meurer weiter. Aus Sicht der Grünen Kreistagsfraktion sei es zu wenig, einfach abzuwarten, bis durch den demografischen Wandel Plätze in den Regelkindergärten frei würden, um diese dann in andere Betreuungsformen umzuwandeln. Denn es seien bereits Tageseinrichtungen geschlossen worden, weil der kirchliche Träger finanzielle Probleme gehabt habe.

Der Kreis Heinsberg hat nach Einschätzung der Grünen bisher davon profitiert, günstiges Bauland für junge Familien zur Verfügung stellen zu können. Unterstützt worden sei die Attraktivität der ländlichen Kreise durch die Eigenheimzulage sowie die Pendlerpauschale. Dies werde in Zukunft nicht mehr der Fall sein. Es sei also mehr zu tun, als abzuwarten, bis sich die Betreuungsprobleme durch den demografischen Wandel von selbst „gelöst” hätten.

„Die Ergebnisse des Bundesfamilienministeriums sollten Ansporn und Aufforderung für Verbesserungen sein, um beim nächsten Bericht in zwei Jahren im oberen Bereich platziert zu sein”, so die Grünen.