Hückelhoven: Fakten der Welt im Plauderton

Hückelhoven : Fakten der Welt im Plauderton

Die Erkenntnis ist bitter, sehr bitter: Weihnachten birgt so manche böse Stolperfalle für nichts ahnende Zelebranten. Jürgen B. Hausmann kann davon ein Lied singen.

Und das tut er auch - gleich mehrere sogar. Der Mann leidet, wenn es so richtig festlich wird. Und wenn er von diesen seinen Leiden erzählt, fühlen sich die Zuhörer seiner im Grunde tragischen Schilderungen genötigt zu lachen. Grausam? Nein, nein. In weiten Teilen eher lustig. So in etwa verlief auch der Auftritt des Spaßmachers aus Baesweiler in der Hückelhovener Aula. Dass er im Leben abseits der Bühne Gymnasiallehrer für Latein, Griechisch und Geschichte ist, merkt man seinem Programm „Tagesschau” gar nicht an.

Keine Besserwisserei, keine strengen Blicke, kein scharfer Ton. Stattdessen pflegt Hausmann die rheinische Mentalität und Mundart, in der man sich weitestgehend von grammatikalischen Zwängen befreit hat. Im unverbindlichen Plauderton verknüpfte er knallharte Fakten, wie sie das Nachrichtenflaggschiff der ARD in die große Welt sendet, mit der kleinen Welt des kleinen Mannes. Am Klavier begleitete ihn Musikus Harald Claßen mit liebenswürdiger Zurückhaltung. Probleme mit der „Ottografie” beim Anfertigen eines Wunschzettels brachte Hausmann ebenso zur Sprache wie eheliche Reibereien beim Kauf eines Tannenbaums.

Während der männliche Part meist nur wissen wolle, ob das Bäumchen eine Tanne oder eine Fichte sei, verlange der weibliche Part weitergehende Einblicke. Zum Beispiel: „Was hatte der Baum für eine Kindheit?” Einen garstigen Seitenhieb kassierten die in hiesigen Breiten altbewährten Schützen, die Hausmann - selbst bekennender Karnevalist - so umschrieb: „Schützen sind Jäger, die auf Holzvögel schießen und sich dann König nennen.” Genauso gut könne man vor einem „Nordsee”-Restaurant ein Fischbrötchen harpunieren und sich dann bei Rhein in Flammen als Hochseefischer feiern lassen, meinte er.

Jürgen B. Hausmann ist eine ehrliche Haut. Seinem Publikum verriet er unverblümt, dass der zweite Programmteil schlechter als der erste sei. „Wenn Sie sich in der Pause gut den Kopf vollhauen, bemerken Sie es kaum.” Davon ließ sich die absolute Mehrheit keineswegs einschüchtern. Auch nach der Pause fanden sie den Weg zurück auf ihre Plätze. Es wurde noch viel gelacht.