„Fahranfänger brauchen jahrelanges Üben”

„Fahranfänger brauchen jahrelanges Üben”

Kreis Heinsberg. Nicht jeder Unglücksfall ist vermeidbar, erklärte jetzt die Polizei-Pressestelle. Die meisten jedoch seien auf menschliche Fehler zurückzuführen.

Im Straßenverkehr, am Steuer oder Lenker eines Kraftfahrzeuges, könne schon der kleinste Fehler zur Katastrophe führen.

„Der Artist bringt es durch jahrelanges intensivstes Training zu Perfektion. Sein sicheres Handeln ist automatisiert, in Fleisch und Blut übergegangen. Ebenso brauchen Fahranfänger jahrelanges Üben und Tausende von Kilometern, um ein Fahrzeug sicher zu beherrschen, auch in Extremsituationen - der eine mehr, der andere weniger, abhängig von vorhandenen Grundfertigkeiten und Talent”, so ein Polizeisprecher.

Weil sie häufig nicht die Geduld dazu aufbringen und sich schon nach kurzer Zeit selbst überschätzen, verursachen junge Fahranfänger drei bis vier Mal so viele Unfälle wie alle anderen Altersgruppen. Die Polizei: „Hier tragen Eltern eine besondere Verantwortung. In guter Absicht stellen sie ihren Youngstern oft großzügig PS-starke Fahrzeuge zur Verfügung, ohne dass sie sich von den Fahrfertigkeiten ihrer Kinder überzeugt haben.”

Die Fahrschule könne den jungen Menschen nur das relativ sichere „Bewegen” eines Fahrzeuges unter Beachtung der Regeln des Straßenverkehrs beibringen. Deshalb sollten Eltern in den ersten Wochen und Monaten die Fahrten ihrer Schützlinge begleiten. Nur dabei könnten sie eventuelles Fehlverhalten und Unsicherheiten erkennen und korrigieren.

Auch sollten sie das allgemeine Risikoverhalten der jungen Leute einzuschätzen wissen, insbesondere was Alkohol- und Drogenkonsum angehe. Viel zu oft werde es als selbstverständlich angesehen, dass jungen Leuten ein Fahrzeug zur Verfügung stehe, obwohl das Ziel ebenso gut mit öffentlichen Verkehrsmittel oder dem Fahrrad zu erreichen wäre.

Darüber hinaus ist laut Polizeieinschätzung das soziale Umfeld von jungen Fahrern gefordert. Freunde und Bekannte sollten als Mitfahrer ihre Solidarität mit dem Fahrer dadurch unter Beweis stellen, „dass sie gefährliche Fahrweisen in keiner Weise akzeptieren und ihre ablehnende Haltung deutlich machen”. Sie sollten sich nicht scheuen, eine Mitfahrt auch abzulehnen.

Der Polizeisprecher: „Natürlich ist Motorisierung für junge Leute eine fantastische Sache. Sie bedeutet Freiheit, Selbstbestätigung und großen Spaß. Leider entsteht daraus aber auch zu viel Leid.” Deshalb gilt aus Sicht der Polizei: „Langsam und besonnen starten, hinschauen, verantwortlich kontrollieren - anstatt: Abschluss einer Vollkaskoversicherung und Beten!”