Wegberg: Fabelweltrekord bleibt weiter unantastbar

Wegberg : Fabelweltrekord bleibt weiter unantastbar

Freunde des Radrennsports werden am ersten Augustwochenende zum Grenzlandring pilgern. Aber sie werden mit größter Wahrscheinlichkeit nicht das miterleben, was ihre Vorgänger miterlebt haben: Weltrekorde am laufenden Band und einen Rekord „für die Ewigkeit”.

Mit dem ersten Grenzlandrennen am Sonntag, 5. August, nimmt die Radsportabteilung des SC eine alte Tradition wieder auf. Denn neben den Autorennen in der Nachkriegszeit war der damals noch als Rundkurs befahrbare Grenzlandring auch für Radsportler eine gute Adresse.

So erzielte der Rennradfahrer Karl-Heinz Kramer 1950 auf dem Ring gleich drei Geschwindigkeitsweltrekorde. Sein am 12. Oktober 1950 aufgestellter Weltrekord für Steher von 154 Stundenkilometern über eine Distanz von einem Kilometer wurde bis heute nicht übertroffen. Nicht einmal 24 Sekunden benötigte er damals für die 1000 Meter.

Mit solchen Rekorden werden die Radsportler am 5. August sicherlich nicht aufwarten können. Trotzdem erwartet Dieter Lausberg, Vorsitzender der Radsportabteilung des SC Wegberg, spannende Rennduelle im Zeitfahren, deren Sieger mit attraktiven Preisen belohnt werden. „Das motiviert die Fahrer zu Höchstleistungen und beschert den Zuschauern spannende Rennen”, betont der 50-jährige.

Start und Ziel des 2,2 Kilometer langen Rundkurses beim 1. Wegberger Granzlandrennen ist am Siemesring in der Höhe des ehemaligen Linkenheil-Geländes. Von dort aus geht es nach links auf die Industriestraße und den Grenzlandring. An der Bahnhofsstraße taucht die Strecke in die Innenstadt ein, bevor sie über die Große Riet wieder zur Siemesstraße führt. Angesichts dieses kurvenarmen und schnellen Kurses verspricht Lausberg einen für Zuschauer und Fahrer gleichermaßen attraktiven Renntag.

Zwar waren die Wegberger Radsportler bereits 1999 und 2005 Ausrichter der Bezirksmeisterschaften, doch mit dieser überregionalen Veranstaltung betreten sie Neuland, wie Lausberg betont. Bei der Planung arbeiteten die Radsportler im Rahmen des Stadtmarketings eng mit der Verwaltung zusammen. „Das Grenzlandrennen bietet eine ideale Ergänzung zu den Aktivitäten im Bereich des Radtourismus”, so Lausberg.

Gefahren wird in verschiedenen Alters- und Leistungsklassen. Den Anfang machen um 9 Uhr die Hobbyfahrer ohne Lizenz, die zwölf Runden (26,4 Kilometer) bewältigen müssen. Um 9.50 Uhr starten die Senioren auf ihren rund 40 Kilometer langen Rundkurs (18 Runden). Um 11 Uhr treten die U-15-Junioren (zwölf Runden) in die Pedale. Um 12 Uhr folgt das Rennen der C-Klasse über 27 Runden (knapp 60 Kilometer).

Nach der Mittagspause beginnt das Rennen der U-13 über knapp 20 Kilometer (neun Runden) um 13. 40 Uhr. Ab 14. 25 Uhr gehört die Piste den „Fetten Reifen”. An diesen offenen Rennen können Kinder von acht bis zehn Jahren (eine Runde) und von elf bis dreizehn Jahren (zwei Runden) teilnehmen. „Hier können die Kids testen, ob ihnen der Radsport liegt”, erklärt Lausberg. Die „Fette-Reifen-Rennen”, bei denen nur Mountainbikes und Tourenräder zugelassen sind, seien bei den Zuschauern sehr beliebt.

Der Höhepunkt des Grenzlandrennens wird das Rennen der großen Klassen KT (Kontinentalklasse), A und B sein, das gegen 15 Uhr gestartet wird und über die Distanz von rund 97 Kilometern (44 Runden) führt. In der Kontinentalklasse werden unter anderem die Teams „Regiostrom” aus Stolberg und das Bochumer Team „vlassenroot” erwartet.

Bekannte Nachwuchstalente wie die aus Birgelen stammenden Brüder Tobias und Robert Sydlik starten ebenso wie der Oberbrucher Michael Kurth oder Lausbergs Sohn René. Der 18-jährige fährt unter anderem im U23-Bundesteam.