Hückelhoven: Es musste halt noch einmal gesagt werden...

Hückelhoven : Es musste halt noch einmal gesagt werden...

Eigentlich hatte es keinen Gesprächsbedarf mehr über das Thema Städtisches Jugendamt in Hückelhoven gegeben.

Geplant war, so Bürgermeister Werner Schmitz in der 22. Ratssitzung der Stadt Hückelhoven, den Tagesordnungspunkt schnell und ohne Diskussionen zu verabschieden.

Schließlich habe man in der über 20-jährigen Planungsgeschichte schon mehr als genug debattiert. So ganz konnten es sich die Ratsmitglieder der verschiedenen Parteien dann aber doch nicht verkneifen, ein paar letzte Seitenhiebe zu verteilen.

Dieter Geitner, Vorsitzender der CDU-Fraktion, machte den Anfang und erinnerte noch einmal daran, dass die Vertreter der SPD-Fraktion zu Beginn so gar nicht mit dem Vorschlag des städtischen Jugendamtes einverstanden gewesen seien.

Das wollte Franz Willi Spichartz, SPD-Fraktionsvorsitzender, freilich nicht unkommentiert auf sich sitzen lassen: „Wir hatten schon drei Jahre vor dem Beschluss der CDU-Fraktion ein Fundament für die Jugendarbeit gelegt, das dann aber wieder zum Einsturz gebracht wurde.”

Nach kurzen Anmerkungen von Rudi Freyler, Bürgerpartei, und Hans Fischer, FDP, der was die finanzielle Situation anbelangt skeptisch in die Zukunft der Jugendarbeit blickt, wurde der Beschluss, die Aufgaben der öffentlichen Jugendhilfe zum 1. Januar 2003 als örtlicher Träger zu übernehmen, dann doch einstimmig und harmonisch gefasst. Aber: Es hatte halt noch einmal gesagt werden müssen...

In seinem Kurzbericht ging Bürgermeister Werner Schmitz auf die Verkehrsanbindung des Industriegebietes Lindern ein.

In einem Gespräch im Düsseldorfer Verkehrsministerium habe er den Vorschlag gemacht, die L 364 als Ortsumgehung für Lindern und Brachelen in Betracht zu ziehen, mit der gleichzeitig die Anbindung des Industriegebietes gewährleistet werde. Dieser Vorschlag sei, entgegen früherer ökologischer Bedenken, befürwortet worden. Sogar die Finanzierung sei geklärt, so dass mit einem Baubeginn zwischen 2006 und 2008 gerechnet werden könne.

Beinahe gescheitert wäre der Beschluss zur geplanten Umbesetzung von Ausschüssen. Eine Gegenstimme hätte genügt, um den Beschluss zu kippen, und die kam von Peter Wilms (SPD). Auf Zureden des Bürgermeisters ließ sich dieser aber doch noch zu einer Enthaltung hinreißen, „um das Verfahren nicht unnötig in die Länge zu ziehen”, so Wilms.

Somit wird Hilde Hecker ab sofort Dieter Mückter als beratende sachkundige Einwohnerin im Bauausschuss ablösen. Ihr bisheriges Amt als Stellvertreterin dieser Position wird Gerwin Tillmann übernehmen. Des Weiteren beschloss der Rat - diesmal einstimmig - die jeweiligen Bebauungspläne für die Friedhofsstraße und das Pletschmühlenfeldchen in Baal.

Aber, keine Sitzung ohne Knatsch: Noch vor Beginn des nicht-öffentlichen Teils verließ Bürgerpartei-Einzelkämpfer Rudi Freyler wütend den Ratssaal. Er protestiere dagegen, dass seine Anträge lediglich als Mitteilung geführt und nicht in die Tagesordnung aufgenommen wurden.

„Das ist vollkommen rechtens”, sagte Bürgermeister Schmitz. Die Bürgerpartei bilde schließlich keine Fraktion mehr. Jetzt sind die übrigen Ratsmitglieder gespannt, wann Freyler wieder bei einer Sitzung auftreten wird.