Kreis Heinsberg: „Es geht um Lehren und Lernen aus Leidenschaft”

Kreis Heinsberg : „Es geht um Lehren und Lernen aus Leidenschaft”

13 Grundschulen aus dem Kreis Heinsberg haben sich in einem Netzwerk zusammengeschlossen mit dem Ziel, besonders begabte Kinder zu fördern.

Vertreter von vier Schulen stellten das neue Projekt im Kreishaus vor, gemeinsam mit Schulamtsdirektor Peter Kaiser, Professor Karl-Josef Kluge von der Universität Köln, der das Projekt begleiten wird, und Vertretern der beiden Sponsoren des Projekts: Unternehmensgruppe Frauenrath und Heinsberger Volksbank.

Schon jetzt gebe es Konzepte zur Förderung in den Schulen, so Kaiser. So trägt die Grundschule in Erkelenz-Houverath in diesem Zusammenhang das Gütesiegel „Individuelle Förderung” des NRW-Schulministeriums. Sie arbeitet zudem bereits in einem Netzwerk mit Cusanus-Gymnasium und Cornelius-Burgh-Gymnasium zusammen. Das Kreisgymnasium kooperiert mit Grundschule Schafhausen/Unterbruch, Sonnenschein-Schule Heinsberg und Katholischer Grundschule Haaren.

Das Ziel vom neuen „Netzwerk Begabungsförderung” ist es, den Schulen durch Fortbildung, ständige Begleitung und Materialbeschaffung dabei zu helfen, die Förderung besonders begabter Kinder zu optimieren, Unterrichtskonzepte zu entwickeln und Projekte auszuarbeiten, die dem Lernbedürfnis der Kinder entsprechen. Fortbildung und Begleitung werde dabei Professor Kluge übernehmen, so Kaiser.

„Dieses Netzwerk wird uns weiterbringen in der Förderung”, betonte er. „Dabei ist es gut, dass die beteiligen Schulen über das ganze Kreisgebiet verteilt sind.” Der Förderung von Motivation und Kreativität komme eine ganz besondere Bedeutung zu, erklärte Hedwig Michalski, Leiterin der Grundschule in Houverath und zugleich Moderatorin im Netzwerk. Wichtig sei auch das soziale Umfeld. „Ich bin sicher, dass dieses Netzwerk eine sehr große Bereicherung für unsere Schullandschaft sein wird.”

Hochbegabung allein sei noch kein Garant für Erfolg, betonte Kluge. „Stellen Sie sich vor, ein Kind ist hochbegabt und hat nie gelernt zu lernen. Das führt zu Defiziten, Unzufriedenheit, letztlich ins Desaster.” Hochbegabung sei vielmehr ein Rohmaterial, mit dem man arbeiten müsse. „Genetische Voraussetzungen alleine reichen nicht. Wissen schlägt Talent!” Alle sechs Wochen wollen sich die Vertreter der Schulen mit Kluge treffen. „Ich sehe mich dabei nicht als Aufsichtsperson, ich biete meine Unterstützung an”, so Kluge. „Begabungsarbeit ist Erziehungsarbeit. Dabei hat die Beziehung eine dominierende Rolle. Es geht um Lehren und Lernen aus Leidenschaft.” Dies gelte für alle Kinder, die Sensibilität sei allerdings bei hochbegabten Kindern eine andere.

„Unser Schwerpunkt ist schon seit langem die Förderung behinderter Kinder”, berichtete Gisela Unland, Schulleiterin in Arsbeck. „Jetzt wollen wir unser Augenmerk auch auf Kinder mit besonderen Begabungen richten, als Gegenpol sozusagen.” Eine bessere Strukturierung der Fördermaßnahmen an seiner Schule erhofft sich Schulleiter Josef Joerißen aus Birgden von der Beteiligung am Projekt. Um weitere „Professionalisierung” geht es auch Thomas Heinrichs, Leiter der Heinsberger Sonnenschein-Schule.

Alle 13 Schulen im Netzwerk würden in den kommenden Jahren ihr Wissen und Können an benachbarte Schulen weitergeben und so im Schneeball-System für eine Verbesserung der Förderung hochbegabter Kinder im gesamten Kreis beitragen, blickte Kaiser in die Zukunft.

Die 13 Schulen im „Netzwerk Begabungsförderung” sind in Erkelenz Luise-Hensel-Schule als Gemeinschaftsgrundschule (GGS), GGS Gerderath und Katholische Grundschule (KGS) Houverath, in Gangelt KGS Birgden, in Geilenkirchen Europa-Schule (GGS), in Heinsberg Sonnenschein-Schule (GGS) und Carl-Begas-Schule Schafhausen/Unterbruch (GGS), in Hückelhoven GGS Hilfarth und GGS Hückelhoven-Doveren, in Waldfeucht KGS Haaren, in Wassenberg GGS Wassenberg sowie in Wegberg KGS Arsbeck und GGS Rath-Anhoven.