Städteregion: Erstuntersuchungen auch in Bardenberg

Städteregion : Erstuntersuchungen auch in Bardenberg

Das Gesundheitsamt der Städteregion baut sein Netz für die Erstuntersuchung von Flüchtlingen aus. Am Dienstag wurden im Medizinischen Zentrum (MZ) in Bardenberg die Räume der früheren chirurgischen Ambulanz ihrer neuen Bestimmung übergeben.

Ab sofort können dort pro Tag bis zu 40 Menschen, die in Notunterkünften der Städteregion untergebracht sind, untersucht werden. Genutzt wird dabei auch die Klinik für Radiologie, die ihre Apparaturen zur Verfügung stellt und sich an dem erweiterten Angebot mit drei Ärzten und einer Radiologieassistentin beteiligt.

„Bardenberg wird in erster Linie Anlaufstelle für Flüchtlinge sein, die im Nordkreis aufgenommen worden sind“, erklärte Detlef Funken auf Anfrage. „Für den Südkreis stehen weiterhin die Krankenhäuser in Stolberg und Simmerath zur Verfügung.“

Am Dienstag wurden erste Fahrten von und nach Würselen organisiert, so der Pressesprecher der Städterregion. Am Donnerstag und Freitag werden dann Flüchtlinge aus Baesweiler ins Medizinische Zentrum gebracht, nachdem die bis dato noch nicht genutzte Sporthalle in der Lessingstraße am Dienstag von 44 Menschen bezogen worden ist.

Für das Gesundheitsamt bedeutet die Einrichtung der zusätzlichen Anlaufstelle eine willkommene Entlastung. Denn auch dieses sieht sich durch die Einrichtung von Notunterkünften in den Kommunen vor ganz neue Herausforderungen gestellt.

„Schließlich wurden Flüchtlinge bis vor wenigen Monaten nicht nur in zentralen Einrichtungen aufgenommen, sondern dort auch untersucht“, betonte Dr. Gabriele Trost-Brinkhues im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Kapazitäten des Amtes sind längst erschöpft, externe Mediziner übernehmen deshalb einen Teil der Erstuntersuchungen. Allerdings haben sie es genauso wie ihre amtlichen Kollegen oftmals mit Ausnahmesituationen zu tun.

„Die Flüchtlinge bringen Krankheiten mit, die bei uns völlig unüblich sind“, gibt Trost-Brinkhues zu bedenken. „Außerdem sind viele von ihnen traumatisiert.“ Wie mit der Situation aus medizinischer Sicht am besten umzugehen ist, wird Thema einer Fachtagung am 21. Oktober sein. Dass der Informationsbedarf groß ist, belegt die Resonanz, wie Andrea Genten vom Kommunalen Integrationszentrum der Städteregion zu berichten weiß: „Die Veranstaltung mit ihren 80 Plätzen ist seit Wochen ausgebucht, und es gibt eine lange Warteliste.“

(gro)