Heinsberg: Erleben Erben eine böse Überraschung?

Heinsberg : Erleben Erben eine böse Überraschung?

Eigentlich sind es Fragen, mit denen sich niemand wirklich gerne beschäftigt. Und doch ist ihre Beantwortung so wichtig. Was geschieht mit meinem Vermögen, mit meinem Häuschen oder meiner Münzsammlung, wenn ich nicht mehr bin?

Erleben meine Erben womöglich eine böse Überraschung durch den Fiskus? Wie kann ich Streitigkeiten unter den Hinterbliebenen vorbeugen? Die Erbschaftssteuerreform und geplante Änderungen im Erbrecht bringen zahlreiche Neuerungen. Hier einige wichtige Fragen.

Ab wann gelten die Änderungen der Erbrechtsreform?
Die geänderten Vorschriften werden erst für Erbfälle gelten, die nach Inkrafttreten des Gesetzes eintreten. Dies wird noch im Laufe dieses Jahres der Fall sein.

Kann ich als Nachbarin einer pflegebedürftigen Person nach der Neuregelung auch Pflegeleistungen angerechnet bekommen?
Die Änderungen hinsichtlich der Pflegeleistungen beziehen sich nur auf gesetzliche Erben. Dies kommt also nur in Betracht bei einer Erbauseinandersetzung zwischen Abkömmlingen und eventuell auch Ehegatten. Für andere Personen bietet sich an, eine schriftliche Regelung für die Pflegekosten zu treffen.

Das Erbschaftssteuergesetz ist doch verfassungswidrig. Was gilt denn, wenn ich heute etwas auf meine Kinder übertrage?
Es gilt derzeit nach dem Urteil des Verfassungsgerichts die eigentlich verfassungswidrige Regelung, aber maximal bis zum 31. Dezember 2008. Bis dahin muss der Gesetzgeber eine Neuregelung vorgelegt haben.

Was geschieht, wenn es bis dahin keine Neuregelung gibt?
Dann fällt keine Erbschaftssteuer an. Die Erbschaftssteuer ist eine Ländersache, so dass möglicherweise dann jedes Land seine eigene Regelung treffen wird. Ganz abgeschafft werden wird sie aber mit Sicherheit auf Dauer nicht.

Kann ich mit den immer wieder genannten Freibeträgen von 400.000 Euro für meine Kinder kalkulieren?
In den letzten Wochen sind wieder Unstimmigkeiten hinsichtlich der Freibeträge aufgekommen. Die Freibeträge für Geschwister, Neffen und Nichten mit 20.000 Euro erscheinen einigen Politikern zu gering. Es besteht auch Bereitschaft bei den anderen Parteien, diesen Betrag anzuheben. Es wird dann sicherlich an anderer Stelle wieder etwas herunter genommen.

Was soll ich denn tun?
Ermitteln Sie die aktuellen Steuerwerte und lassen Sie sich beraten, ob es sich eventuell jetzt schon lohnt, Grundbesitz auf Ihre Kinder zu übertragen. Gegebenenfalls müssen Sie den weiteren Gang des Gesetzgebungsverfahrens abwarten, um dann eventuell noch kurzfristig nach der alten Rechtslage übertragen zu können.