Erkelenz: Erkelenz lacht heiße Tränen über Comedy

Erkelenz : Erkelenz lacht heiße Tränen über Comedy

Viel zu lachen gab es beim zweitägigen Festival „Erkelenz lacht” mit zahlreichen Comedy-Größen in der Erka-Sporthalle nicht zu knapp. Bernd Stelter verstand es, dem Publikum richtig einzuheizen und vor allem die Kälte in der Halle vergessen zu lassen.

Stelter bewies sich erneut als Werbefachmann und bot ein herrliches Potpourri aus seinen alten Programmen. Dabei durfte die grandiose Tarkan-Geschichte natürlich nicht fehlen. Seine Mischung aus Comedy und Gesang kam beim Publikum bestens an.

Seine humorvoll umgeschriebenen Lieder trieben den Zuhörern gar Lachtränen in die Augen. Restlos begeistert forderte das Publikum schließlich Zugaben, und so gab Stelter seinen Hit „Ich hab drei Haare auf der Brust, ich bin ein Bär” zum Besten. Im Anschluss sorgte Till dafür, dass es dem Publikum „warm blieb”.

Er hatte sich das Thema Fernsehen auf die Fahne geschrieben, über das er in seinem Ruhrpott-Dialekt lamentierte. Till hätte gerne gewusst, was wohl passiert wäre, wenn sich gestandene Stars wie Tom Jones, die Rolling Stones, Herbert Grönemeyer oder Joe Cocker vor einer Jury „Deutschland sucht den Superstar” behaupten müssten.

In der Jury, die Joe Cocker zu ihrem Favoriten wählte, saßen Rudi Carell, Marcel Reich-Ranicki und Dieter Bohlen. Till verschonte in seinen unermüdlichen Parodien weder die Regierung noch Möllemann oder Alfred Biolek - das Publikum applaudierte.

Mit einem Improvisationstheater vom Feinsten ging es rasant weiter. Die Frizzles verstanden es, das Publikum stets mit einzubeziehen. Mit im Team war die Moderatorin von „Erkelenz lacht”, Mirja Boes, bekannt als Sängerin Möhre. Spontan reagierten die Kabarettisten auf Zuschaueranregungen, was teilweise zu amüsant-abstrusen Handlungsverläufen führte.

Den letzten Teil des ersten Abends bestritt April Hailer. Mit Baseballmütze, Latzhose und Turnschuhen bekleidet gab sie sich zunächst als Kind, bevor sie ihre Deutschversion vom Titanic-Song „My Heart Will Go On” intonierte. Zudem verriet sie ihre Schwäche für Männer in Uniformen und hatte etliche köstliche Geschichten auf Lager.

Großartig war auch ihre Interpretation der Tenorarie des Tamino aus Mozarts Zauberflöte. Sie sang die Arie zum einen mit Sopranstimme, zum anderen als glänzende Popballade.

Am Abend darauf gab sich der frisch gebackene Comedy-Preisträger Markus Maria Profitlich die Ehre. Schnell hatte der Vollblut-Comedian die Lacher auf seiner Seite.

Tills früherer Comedy-Partner Obel verbreitete heitere Stimmung.

Für weitere Lachsalven sorgte Guido Cantz: „Viele denken heute schon, sie würden gesund essen, wenn sie bei McDrive in der Autoschlange den Motor abstellen”, witzelte er.