Wassenberg: Erdweg kritisiert Steuersenkung der Stadt

Wassenberg : Erdweg kritisiert Steuersenkung der Stadt

Eine Debatte war das eigentlich nicht, was da in Sachen Haushaltssatzung für das Jahr 2005 im Wassenberger Haupt- und Finanzausschuss über die Bühne ging. Eher ein längerer Dialog zwischen Manfred Erdweg und Kämmerer Willibert Darius.

Während die übrigen Fraktionen nach ausgiebigen Erläuterungen durch den Kämmerer in speziellen Klausurtagungen in der Sitzung auf Fragen verzichteten, wartete der SPD-Fraktionschef mit einem Katalog von Fragen und Anmerkungen auf. So vermisste Erdweg beispielsweise in den Vorbemerkungen zum Hauhalt eine kritische Anmerkung des Kämmerers in Sachen Kreisgymnasium Heinsberg. Manfred Erdweg: „Die Stadt Heinsberg senkt die Steuern, und wir müssen für das Gymnasium eine höhere Umlage bezahlen.”

Erdweg sprach auch das Thema Müllabfuhr an. Weil die Bürger hier in der Zukunft mit einer drastischen Erhöhung der Gebühren rechnen müssen, forderte der ehemalige Bürgermeister die Verwaltung auf, die Bürger umgehend über Gebührenerhöhungen zu informieren. Doch Kämmerer Darius lehnte das zum jetzigen Zeitpunkt ab. Man werde auf keinen Fall spekulative Gebührenberechnungen aufstellen. Die aktuellen Gebühren seien den Wassenbergern bereits mitgeteilt.

In der bemerkenswert sachlich ablaufenden Sitzung ging es auch um die neue Friedhofsgebührensatzung. Weil die Ruhezeiten für Urnenbeisetzungen denen der Erdbeisetzungen angepasst werden mussten - für beide gelten jetzt 30 Jahre -, mussten auch die Gebühren verändert werden. Ein Urnenreihengrab kostet jetzt 750 Euro, eine Urnengrabstätte für bis zu vier Urnen 1500 Euro.

Werteverlust

Die Neufassung der Satzung über das Friedhofs- und Bestattungswesens sieht ein Aschenstreufeld vor. Doch diese neue Art der Bestattung stieß nicht bei allen Stadtverordneten auf Zustimmung. CDU-Stadtverordneter Karl-Heinz Dohmen sprach von einem voranschreitenden Werteverlust und lehnte das Aschenstreufeld deshalb ebenso ab wie sein Fraktionskollege Matthias Cremer, der ethische Gründe anführte.

Für die SPD-Fraktion begrüßte Barbara Wunder diese neue Möglichkeit der Bestattung. Bei der Abstimmung gab es drei Nein-Stimmen und eine Enthaltung. Trotz gestiegener Kosten soll der Gebührensatz für Kanalanschlüsse nicht angehoben werden. Er beträgt unverändert 2,05 Euro je Quadratmeter.