Erkelenz: Entführung ins Land der Feen und Elfen

Erkelenz : Entführung ins Land der Feen und Elfen

Auf die Frage, wie William Shakespeares „Sommernachtstraum” entstand, hatten die Schüler der Theater-Arbeitsgemeinschaft der Erkelenzer Realschule unter der Leitung der Lehrerin Bettina Pfeiffer eine unterhaltsame und zugleich amüsante Antwort parat.

Um diese dem Publikum nahe zu bringen, entführten sie es im Forum der weiterführenden Schulen mit der Komödie „Williams Traum”, die aus der Feder von Marion Schüller stammt, einmal auf ganz andere Weise ins Land der Feen und Elfen.

Dabei gingen die Jugendlichen der Frage nach, wie Shakespeares „Sommernachtstraum” wohl entstanden sein mag, wie er dazu kam, eine solche Komödie zu schreiben, und entlockten mit ihrem Stück den Zuschauern so manches herzhafte Lachen. Da hatten sich die Schüler eine interessante Frage gestellt, ist dieses Werk von William Shakespeare doch eines der meist gespielten Stücke.

Publikum harrt trotz Hitze aus

Sein Erfolg und seine enorme Anziehungskraft liegen wohl in der wahrhaft unsterblichen Thematik des Stücks. Nicht zuletzt dies dürfte einer der Gründe gewesen sein, weshalb so viele Gäste trotz der Hitze im stickigen Forum ausharrten, um den Schauspielern gebannt zuzuschauen.

Amüsant war sicherlich, dass „Williams Traum” seinem Original sehr ähnelte.

Während in „Ein Sommernachtstraum” Herzog Theseus während der Sommerzeit seine Hochzeit mit Hippolyta, der Königin der Amazonen, plant, stürmen vier verliebte Teenager in den Elfenwald, um der väterlich angeordneten Verheiratung zu entgehen, die auf die tatsächlichen amourösen Verhältnisse keine Rücksicht nehmen will.

Im Wald geht es derweil nicht minder konfliktreich zu dort liegt König Oberon mit seiner Gattin Titania im Clinch. Niemand anderer als sein Hofnarr Puck soll für Versöhnung sorgen, doch der stiftet mit einem Zaubertrunk mehr heilloses Durcheinander als alles andere.

Dieses Chaos, mit all seinen Irrungen und Wirrungen rund um die Liebe, richtet Puck, hervorragend gespielt von Hendrik Stolle, auch in Williams (Erik Wessel) Leben an. Der unglücklich verliebte William gibt sich destruktiven Grübeleien hin, worüber er völlig das Schreiben vergisst.

Puck und das Elfenvolk, die bekannterweise allein durch Shakespeares Werke existieren, sind entsetzt und völlig aufgebracht. Sie bangen um ihre Existenz. Um diese zu retten, kommen die fabelhaften Wesen auf die kuriosesten „Heilungsversuche”, planen beispielsweise sehr zur Belustigung des Publikums ein „Date” nach dem anderen, um den armen Narr wieder auf andere Gedanken zu bringen.

Doch nichts fruchtet, bis schließlich Puck die rettende Idee hat. Er verabreicht Shakespeare jenes verliebt machende Getränk, das ihn auf der Stelle liebestoll nach dem nächstbesten Wesen macht.

Dadurch vergisst der Dichter zwar seinen Liebeskummer, erlebt aber den „schaurig-schönen Alptraum” zunächst am eigenen Leib, bevor er daran geht, dieses Abenteuer in eine Komödie zu fassen.

Mit herrlich-frischem Reim in modernem Stil, Graffitiwänden und „Lidl-Tüten” inszenierte die Theatergruppe ein wunderbares Stück, das mit viel Beifall belohnt wurde.

Ebenso begeisterte das Bühnenbild - die Graffiti-Wand - von Pia Cohnen und Lea Bündgen. Für die Maske waren Daniela Hausmann und Dunja Wisekowski zuständig, für die Requisite Simone Decrouppe sowie Kathrin Welters. Die Lichttechnik übernahm Julia Häusler.