Erkelenz-Immerath: Endlich genügend Platz für Lithografie

Erkelenz-Immerath : Endlich genügend Platz für Lithografie

Aus dem ehemaligen Schwesternheim des Krankenhauses ist eine Stätte der Kunst geworden.

Am Freitag eröffnete der Neusser Künstler Boris Fröhlich die Ausstellung „Lithografie”. Neben seinen Werken können die Besucher auch das Entstehen einer Lithografie in allen Arbeitsschritten erleben.

Der 57-jährige Fröhlich hat sich vor allem als Buchillustrator einen Namen gemacht. Seine Werke waren schon oft Gegenstand literarischer Betrachtungen und Interpretationen. Nach einem Studium an der Essener Folkwangschule lehrte Fröhlich an der Düsseldorfer Kunstakademie Aktzeichnung und Lithografie, bevor er 1971 „Boris Atelier” gründete. Neben der Lithografie beschäftigt er sich auch mit einer speziellen Maltechnik, die in Italien entwickelt und bei der Erstellung großer Fresken verwendet wurde.

In Immerath ist er seit Herbst letzten Jahres. In den Räumen des ehemaligen Schwesternheimes hat er den Platz gefunden, den er für seine Werkstätten braucht. „Hier habe ich endlich den Platz, um einen Überblick zu geben über 38 Jahre meines Schaffens”, erklärt der Künstler.

Bei der Arbeit lässt er sich gerne über die Schulter schauen und beantwortet die Fragen der Besucher. Neben praktische Vorführungen können die einzelnen Arbeitsschritte auch auf einem Video nachvollzogen werden. Über das Interesse der Besucher freut sich der Künstler besonders.

Eines wird den Besuchern schnell klar: Die Lithografie ist sehr zeitaufwändig. Immer wieder muss die Schieferplatte gereinigt werden, bevor neue Farb- und Fettschichten aufgetragen werden können. Dafür beeindrucken die Ergebnisse um so mehr.

In den Fluren und Räumen des ehemaligen Wohnheimes finden die teilweise umfassenden Bilderzyklen genügend Platz und präsentieren sich dem Betrachter in ihrer Gesamtheit.

Besonders beeindrucken seine Niederrhein-Landschaften und der Bilderzyklus „Totentanz”, der im Treppenhaus auf einer Fläche präsentiert werden kann, wie man es höchstens aus großen Museen kennt. Der „Totentanz” ist trotz des Titels ein optimistischer und lebensbejahender Bilderzyklus, der alle Facetten des Lebens widerspiegelt.

Wer Interesse an der Lithografie gefunden hat, kann dieses bei Fröhlich in Schnupperkursen vertiefen.