Doveren: Eleganter Streifzug durch die Musik-Epochen

Doveren : Eleganter Streifzug durch die Musik-Epochen

„Alle drei Minuten klatschen, das muss nicht sein.” Diese Empfehlung sprach Chorleiter Hubert Minkenberg noch vor Beginn des Konzertes in der St.- Dionysius-Kirche aus.

Er wünschte sich stattdessen ganz viel Applaus am Ende - er sollte ungeahnterweise beides bekommen.


Das Publikum konnte es sich nun wirklich nicht „verkneifen”, seiner Anerkennung ob der vortrefflichen Sangeskunst des Chores 77 und des Kammerchores der Fachhochschule Düsseldorf regelmäßig akustischen Ausdruck zu verleihen.

Sowohl nach jedem Liedbeitrag als auch zum Schluss klatschten die Zuschauer in die Hände, was das Zeug hielt.

Die musikalische Bandbreite der beiden Chöre ließ beinahe keine Wünsche offen: Der Schritt von Gospels zu Popliedern oder von Folklore zu Jazz war gar nicht mal so groß. Jedenfalls schien den Sängern der Streifzug durch die Epochen spielerisch einfach zu fallen.

Mal einen besinnlich-kontemplativen, mal einen fröhlich-unbeschwerten Charakter hatten die einzelnen Beiträge. Die richtigen Töne trafen die beiden Gruppen jedenfalls immer.

Der Chor 77 eröffnete das Konzert mit einem romantischen Minnelied, übermittelte irische Segenswünsche, tastete sich dann langsam an den lebhaften Gospelsong „I feel like praising him” und verabschiedete sich mit der optimistisch-schwungvollen Verheißung „Oh happy day”. Hubert Minkenberg übernahm die Begleitung am Klavier.

Die Mitglieder des Kammerchores standen ihren Kollegen in nichts nach. Sie zogen das Publikum mit der harmonischen Weise „Blue skies” - einer wohlklingenden Betrachtung der Idylle der Natur - in ihren Bann.

Im Vergleich dazu eher ein bisschen elegisch wirkte das Stück „And so it goes”. Kristallklare Soloeinlagen, die angesichts der vorteilhaften Akustik in der Kirche wunderbar zur Geltung kamen, beinhaltete das Lied „Somewhere over the rainbow”, bekannt aus dem Musical „Der Zauberer von Oz”.

Der Musikgenuss war ohne Frage groß, doch eines fehlte noch: ein gemeinsames Ständchen beider Chöre. Dieses reichten die Musiker sozusagen als Zugabe nach.
Liedzeilen wie „Du passt so gut zu mir wie Zucker zum Kaffee” erklingen wahrscheinlich nicht allzu oft in einer Kirche, doch vermögen sie ein Publikum bei Laune zu halten und stoßen deshalb auch auf Akzeptanz.