Kreis Heinsberg: EK3: „Königsweg kann es nicht geben”

Kreis Heinsberg : EK3: „Königsweg kann es nicht geben”

Die Frage der Linienführung der neuen Kreisstraße EK3 von Gangelt-Birgden nach Geilenkirchen-Gillrath stand auf der Tagesordnung der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Verkehr des Kreises Heinsberg, zu der die Presse keine Einladung erhalten hatte.

Wie die Pressestelle des Kreises auf Nachfrage berichtete, sei der Anlass für die Beratung im Ausschuss die Gründung einer Bürgerinitiative in Gillrath gewesen. Sie richte sich gegen die im März 2007 einstimmig vom Kreistag als „Teil-Null-Variante” beschlossene Trassenführung der neuen Straße, die eine Umgehung für Gangelt-Birgden und eine Ertüchtigung und Verbesserung der Verkehrssicherheit der heute schon vorhandenen Straße von Birgden nach Gillrath beinhalte. Die Bürgerinitiative lehne diese Planung ab und fordere stattdessen die Realisierung einer Alternativtrasse in Form der sogenannten Variante 2.

Im Ausschuss wurde das Thema laut Kreis-Pressestelle in einem rund zweistündigen „Beratungsmarathon” nochmals eingehend diskutiert. Dabei seien das Verfahren, die maßgeblichen Entscheidungsgrundlagen sowie die aktuellen Entwicklungen durch den zuständigen Dezernenten des Kreises, Josef Nießen, in Form einer Lichtbildpräsentation detailliert erläutert und auf zahlreiche Fragen der Ausschussmitglieder eingegangen worden. Es sei deutlich geworden, dass der Entscheidungsfindung eine Vielzahl von Einwendungen und Anregungen zugrunde gelegen haben, die sowohl von Seiten beteiligter öffentlicher Stellen vorgebracht wie auch bei den Bürgerinformationsveranstaltungen im November 2006 geäußert worden seien. Ein „Königsweg” sei zu keinem Zeitpunkt der Trassendiskussion erkennbar gewesen, und den könne es in diesem Fall auch nicht geben, so Josef Nießen. Jeder der diskutierten Lösungsansätze sei mit mehr oder weniger großen Konflikten und Fragezeichen behaftet.

Insgesamt grundlegend seien für die Abwägungsentscheidung des Kreistages im Jahr 2007 insbesondere Aspekte der Verkehrsabwicklung, der vertretbaren Flächeninanspruchnahme sowie der Wirtschaftlichkeit gewesen. Dabei habe man auch berücksichtigt, dass nach Fertigstellung der B56n in der Gesamtbilanz auch Verkehrsentlastungen für einen weitaus größeren Streckenabschnitt innerhalb der Ortslage Gillrath erwartet werden.

Ausschussmitglied Dr. Horst Wamper bekräftigte seine Auffassung, dass es nicht zeitgemäß sei, weitere Verkehrsströme nach Gillrath hineinzuleiten. Er verwies darauf, dass sich für eine Vielzahl von Orten im Kreisgebiet Umgehungsstraßen in Planung und Ausführung befänden. Die Erwartungen der Gillrather seien daher berechtigt. Die Notwendigkeit einer Ortsumgehung für Birgden werde dadurch nicht in Zweifel gezogen. Dann stellte er den Antrag, der Ausschuss möge sich dafür entscheiden, die im vergangenen Jahr getroffene Entscheidung zur Trassenführung der EK3 zu revidieren und sich für die seinerzeit von der Stadt Geilenkirchen vorgeschlagene Variante 2A durch die Feldlage zwischen Birgden und Hatterath auszusprechen. Der Antrag wurde vom Ausschuss mit großer Stimmenmehrheit abgelehnt.

„Vor dem Hintergrund, dass die Auswahl der Trassenführung der Straße nicht allein auf Verkehrsanalysen, sondern auch auf Prognosedaten zu der aus dem Neubau der Autobahnverlängerung B56n resultierenden Verkehrsentwicklung beruht, sprach sich der Ausschuss mit großer Stimmenmehrheit im Ergebnis dafür aus, die Planung der EK3 in der bereits 2007 beschlossenen Teil-Null-Variante weiterzuverfolgen”, berichtete die Pressestelle des Kreises. „Bestandteil des Beschlusses war aber auch, dass die von der Bürgerinitiative vorgebrachten Bedenken keinesfalls außer Acht gelassen werden dürfen.”

Folglich müsse die tatsächliche Verkehrsentwicklung genauestens beobachtet werden, und gegebenenfalls müsse künftig mit weiteren straßenbaulichen Maßnahmen reagiert werden. Insofern habe sich der Ausschuss ausdrücklich entsprechende Optionen vorbehalten. Außerdem sei die Verwaltung beauftragt worden, bereits heute gemeinsam mit den weiteren zuständigen Behörden dem Thema der aktuellen und künftigen Verkehrssicherheit in Gillrath und Nierstraß besondere Aufmerksamkeit zu widmen.